19.03.2018

Diabetes: App diagnostiziert Sensibilitätsstörungen

Chesterfield/England – Eine neue App namens NeurAppathy unterstützt mit Hilfe der Vibrationsfunktion des Smartphones bei der Diagnose von Sensibilitätsstörungen bei Diabetikern. Die App ist herkömmlichen Screening-Methoden sogar überlegen, heißt es in einer Studie aus England.

Diabetes: App diagnostiziert SensibilitätsstörungenÄrzte empfehlen ein Screening auf diabetische Neuropathie zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bei Typ-2-Diabetes und spätestens fünf Jahre nach Diagnosestellung bei Menschen mit Typ-1-Diabetes. Dabei testet der Arzt das Vibrationsempfinden an verschiedenen Stellen der Beine und Füße mithilfe einer 128-Hertz-Stimmgabel. Ein 10-Gramm-Monofilament dient dazu, Druck- und Berührungsempfinden zu prüfen.
Ein britisches Forscherteam entwickelte nun eine Anwendung für Smartphones, die bewirkt, dass der Motor des Handys gleichmäßig in einer Frequenz von zirka 25 Hertz vibriert. In einer randomisierten Studie prüften sie, ob die App Sensibilitätsstörungen ähnlich zuverlässig erkennt wie der Test mit Stimmgabel oder Monofilament. An der Studie nahmen 21 Patienten mit diabetischer Neuropathie, 19 Patienten ohne Diabetes, aber mit einer Fraktur an den unteren Gliedmaßen, sowie 21 Personen ohne Diabetes und ohne Verletzung als Kontrollpersonen teil. Alle drei Instrumente wurden an verschiedenen Körperstellen getestet. Ausschlaggebend war die Auskunft der Probanden, ob sie eine Berührung spürten oder nicht.
Nach der Auswertung der Testergebnisse zeigte sich nach den Angaben der Forscher, dass die App genauer war als das Monofilament und die Stimmgabel. Sowohl erkrankte als auch nicht-erkrankte Personen konnten mit einer höheren Wahrscheinlichkeit richtig identifiziert werden als mit den herkömmlichen Instrumenten. Nach Einschätzung der Studienautoren hat die App den Praxistest bestanden.

Für einen breiten Einsatz in der Neuropathie-Diagnostik sei es jedoch noch zu früh, da die Ergebnisse derzeit noch nicht auf alle Handymarken übertragbar seien und die App zudem noch nicht als diagnostisches Messinstrument zugelassen sei.
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