19.12.2008

Deutsche Chirurgen setzen auf Innovationen

Berlin – Die Deutsche Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) setzt für die kommende Jahrestagung die Themen Humanität durch Technik und chirurgische Innovationen auf die Agenda. DGCH-Präsident Volker Schumpelick fordert mehr Bastler, Tüftler und Innovatoren.



Technikgestützte Systeme aus Deutschland zählten in der Chirurgie zu den Besten weltweit, so der DGCH-Präsident Prof. Volker Schumpelick. Präzise und hochkomplexe Technik gehörten heute wie selbstverständlich in den OP-Saal. „Und das ist auch gut so“, erklärt Schumpelick. „Es wäre doch unmenschlich, den Patienten die Errungenschaften modernster Techniken vorzuenthalten.“ Damit widerspricht er dem gängigen Vorurteil, dass Humanität und Technik in der Chirurgie ein Widerspruch seien. Moderne Technik müsse als hilfreiches Instrument, nicht als Selbstzweck gesehen werden. Schumpelick bedauert, dass technische Ausbildung im Medizinstudium kaum eine Rolle spiele. „Wissenschaft und Industrie brauchen uns als kundige Partner und wissende Fragesteller, wenn wir gemeinsam neue Produkte entwickeln wollen.“ Aus diesem Grund macht die DGCH die Medizintechnologie zum zentralen Thema ihres nächsten Jahreskongresses im Frühjahr 2009 in München.
Prof. Hartwig Bauer, Generalsekretär der DGCH, weist in diesem Zusammenhang auf die enorm schwierige Studienlage bei chirurgischen Innovationen hin. Nur wenige neue Ideen gelangten zum Patienten. Kontrollierte klinische Studien stießen in der Chirurgie auf systematische Probleme, so Bauer. „Eine Placebo-Chirurgie zum Vergleich ist unglaublich schwierig und aufwändig.“ Eine große Anzahl spannender Studien käme so allein aus Geldmangel nicht zu Stande. Präsident Schumpelick ergänzt: „Es erschüttert auch mich, dass in Deutschland so wenig Studien zu Versorgungsinnovationen angefertigt werden.“ Die Gesellschaft setzt sich daher dafür ein, dass junge Wissenschaftler auch mit Versorgungsforschung ihre Karriere befördern können. Nicht zuletzt müsse auch beim Patienten erreicht werden, dass die Teilnahme an Studien mehr Akzeptanz erlange.
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