21.02.2020

DEGUM fordert neue Kassenleistung bei Tremor

Berlin – Den Einsatz einer neuen Behandlungsmethode bei essentiellem oder Parkinson-Tremor fordert die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM).

Das Verfahren heißt Magnetresonanztomografie-gesteuertes fokussiertes Ultraschall (MRgFUS) und ist nach Angaben der Gesellschaft ein schonenderer Eingriff als die existierende tiefe Hirnstimulation, eine Operation, bei welcher der Schädel des Patienten geöffnet werden muss. „Das neuartige Verfahren funktioniert ohne operativen Eingriff. Es legt von außen gezielt nur diejenigen Hirnareale lahm, die für das Zittern verantwortlich sind“, sagt DEGUM-Experte Prof. Ullrich Wüllner. „Die Ultraschallwellen werden genau auf den Zielpunkt gesendet und dort wie bei einem Brennglas gebündelt.“ Eine MRT-gesteuerte Neuronavigation stellt sicher, dass nur der gewünschte Bereich im Gehirn inaktiviert wird. Zudem erfassen die behandelnden Ärzte bereits während der Behandlung die optimale Tremorkontrolle.
Eine aktuelle Studie, veröffentlicht in der Zeitschrift „Neurology“, bestätige die Langzeitwirkung des Verfahrens, teilt die DEGUM mit. Da der Eingriff – trotz des schonenden Verfahrens – eine umschriebene, dauerhafte Schädigung im Gehirngewebe hinterlässt, können als Nebenwirkungen Gefühls-, Gangs- und Gleichgewichtsstörungen auftreten. Im Vergleich zu den Nebenwirkungen eines operativen Eingriffs seien diese jedoch eher gering.
Wüllner führt seit eineinhalb Jahren das neue Verfahren in seiner Bonner Neurologie-Abteilung durch und konnte den Angaben zufolge 35 Patienten erfolgreich behandeln. Aufgrund der guten Erfahrungswerte fordert die DEGUM eine Aufnahme dieser Ultraschalltherapie in den Katalog der gesetzlichen Krankenkassen.
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