20.02.2017

Das Ende des Einzelkämpfertums

Berlin – Wie vielfältig ist die Landschaft an gesundheitlichen Netzwerken und Kooperationen? Welche Perspektiven bietet die digitale Veränderung? Diesen Fragen stellt sich der BKK Dachverband auf seiner Veranstaltung BKK innovativ. Neue Technologien ersparen Zeit und erleichtern die Arbeit, lautet ein Ergebnis.

Nur durch eine engere Kooperation der Akteure können die Herausforderungen in der Gesundheitsversorgung gemeistert werden, ist Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbandes, überzeugt. Die Vernetzung habe längst die Grenze der ambulanten Versorgung überschritten, Pflege und Krankenhäuser würden miteinbezogen. Einen weiteren Schub erhalte sie durch den digitalen Fortschritt.
Wie die neuen Technologien eingesetzt werden können, zeigt Annette Hempen, Geschäftsführerin von „Medizin und Mehr“ (MuM) in Bünde. Das Ärztenetzwerk in Ostwestfalen versorge 20 Pflegeheime. Da die Mediziner häufiger zu zeitintensiven Bagatell-Untersuchungen in die Heime gerufen wurden, habe MuM eine „Elektronische Visite“ (ElVi) entwickelt. Die Pflegekräfte können bei Bedarf eine Videokonferenz mit dem behandelnden Arzt anfordern, in der unklare Befunde und das weitere Vorgehen bis zum nächsten Artbesuch besprochen werden. „ElVi vermeidet unnötige Krankentransporte“, betont Hempen. „Das Pflegepersonal fühlt sich sicherer und für die Ärzte reduzieren sich die Besuche wegen Bagatellfällen.“
Für Dr. Oliver Gapp bietet der Wandel die Chance, „dass künftig nicht mehr der Arzt im Mittelpunkt des Gesundheitssystems steht, sondern der Patient“. Der Bereichsleiter Versorgung und Gesundheitsökonomie bei der mhplus Krankenkasse geht davon aus, dass durch die Vernetzung die Gesundheitsversorgung zunehmend dezentral, zum Beispiel von zu Hause aus, stattfinden wird. Gerade bei Chronikern werde die technische Begleitung von Vorsorge und Therapie zum Standard, so Gapp. Für die Leistungserbringer erleichtere die Vernetzung viele Arbeitsprozesse, etwa durch digitale Rezepte und Patientenakten. Medizinische Entscheidungsprozesse würden zunehmend auf der Grundlage von großen Datenbanken gefällt, wie IBM Watson oder MRT Siemens.
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