18.11.2020

Covid-19-Impfstrategie: Alte und Kranke zuerst

Berlin – Risikogruppen wie ältere Menschen und Vorerkrankte, medizinisches und pflegerisches Personal sowie Berufstätige in sensiblen Bereichen zur Aufrechterhaltung des staatlichen und öffentlichen Lebens sollen zuerst gegen Corona geimpft werden. Auf diese Empfehlung einigen sich der Deutsche Ethikrat, die Ständige Impfkommission (STIKO) und die Leopoldina – Nationale Akademie der Wissenschaften in einem gemeinsamen Positionspapier.

Eine Priorisierung sei notwendig, weil nicht alle sofort geimpft werden könnten, erklärt Ethikratsvorsitzende Prof. Alena Buyx. Sowohl die Entwicklung der Empfehlungen in Kooperation mit Ethikrat und Leopoldina als auch der Zeitpunkt sind Neuland für die STIKO. „Wir haben uns bisher noch nie mit einem Impfstoff beschäftigt, der noch nicht zugelassen war“, sagt STIKO-Vorsitzender Prof. Thomas Mertens. Buyx betont, dass der Versicherungsstatus – gesetzlich, privat oder ohne – bei der Priorisierung keine Rolle spiele. Und: „Eine allgemeine Impfpflicht ist auszuschließen.“

Das betont auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der wenig später vor die Presse tritt. Im Vorfeld einigte sich die Gesundheitsministerkonferenz der Länder im Einvernehmen mit ihm auf eine gemeinsame Impfstrategie. Demnach ist der Bund für die Beschaffung und die Finanzierung der Vakzine zuständig, die Länder für die Einrichtung von Impfzentren. Laut Spahn sollen es 60 pro Bundesland sein, abhängig von der jeweiligen geographischen Situation vor Ort. In sechs bis zehn Wochen könnten diese Zentren nach und nach „in der Vorhaltung sein“.

Der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) regt an, dass auch Mitarbeiter in Sanitätshäusern und bei Homecare-Versorgern zum medizinischen Personal gezählt werden sollten. „Wir dürfen die Berufsgruppen unserer Branche nicht vergessen, die im Versorgungsprozess unmittelbaren Patientenkontakt haben und ein wichtiger Bestandteil der Patientenversorgung sind“, sagt BVMed-Geschäftsführer Dr. Marc-Pierre Möll. Dabei sollten die für die Impfkampagne Verantwortlichen auch Medizinprodukte-Experten im Blick haben, die bei hochkomplexen stationären Eingriffen anwesend sein müssen.
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