16.09.2020

Corona: Krankenkassen mit Einnahmenplus

Berlin – Nach Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) machen die 105 Krankenkassen im ersten Halbjahr ein Plus von 1,3 Milliarden Euro. Einnahmen von 129,9 Milliarden stehen Ausgaben von 128,6 Milliarden Euro gegenüber. Im ersten Quartal verbuchten die Kassen noch ein Minus von 1,3 Milliarden Euro.

Spitzenreiter sind die Ersatzkassen mit 908 Millionen Euro. Es folgen die AOKen (320 Millionen), die Betriebskrankenkassen (50 Millionen), die Innungskrankenkassen (46 Millionen) und die landwirtschaftliche Krankenversicherung (21 Millionen). Lediglich die Knappschaft Bahn See verbucht ein Defizit (- 50 Millionen Euro).
Der Überschuss ist coronabedingt: „Weil Patienten in der ersten Jahreshälfte weniger zum Arzt und ins Krankenhaus gegangen sind, sind die Ausgaben der Krankenkassen vor allem in den Monaten April bis Juni gesunken“, erläutert Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der Rückgang bei planbaren Leistungen führt bei den Krankenhausausgaben laut BMG zu einem Minus von 2,4 Prozent. Bei den Ergebnissen handele es sich allerdings nur um eine „Momentaufnahme“, betont Spahn.
Bei den Krankengeldausgaben verzeichnen die Kassen dagegen einen Anstieg von 14,2 Prozent. Das Plus bei Arzneimitteln, das im ersten Quartal aufgrund von Mengenentwicklungen und Vorzieheffekte durch Verordnung von Großpackungen noch bei 11,5 Prozent lag, flacht sich auf 7,4 Prozent ab. Bei den Ausgabenzuwächsen für ärztliche Behandlung von 4,5 Prozent sei zu berücksichtigen, dass den Kassen für das erste Halbjahr noch keine Abrechnungsdaten der Kassenärztlichen Vereinigungen vorlägen, merkt das BMG an.

Der Gesundheitsfonds verbucht ein Defizit von 7,2 Milliarden Euro. Das „ist neben saisonalen Effekten maßgeblich auf konjunkturbedingte Mindereinnahmen sowie auf Ausgleichszahlungen an Leistungserbringer zurückzuführen“, teilt das BMG mit.
Aus den Zahlen lasse sich keine Prognose für das Gesamtjahr ableiten, sagt Dr. Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverband. „Beispielsweise ist der extreme Rückgang der Krankenhausausgaben während der Monate des Lockdowns ein Sondereffekt, der sich so wohl kaum wiederholen wird.“
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