12.07.2019

Biokunststoff macht Schienen bequemer

Meschede/Potsdam – Schienen zur Fixierung von Knochenbrüchen könnten bald bequemer sein. Die Firma Kölle Kunststofftechnik aus Meschede hat eine Schiene aus formbarem Kunststoff entwickelt, der nachträglich Korrekturen ermöglicht und biologisch abbaubar ist. Das Material hat das Fraunhofer Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Potsdam entwickelt.

Biokunststoff macht Schienen bequemerBei dem Immobilisationskonzept RECAST kommen vorgeformte Schienen aus dem Biokunststoff Polyactid zum Einsatz. Er wird auf 55 bis 65 Grad Celsius erwärmt und ist dann formbar. So kann die Schiene an die Körperstelle mit der Fraktur angepasst werden. Sie kann wieder erwärmt werden, wenn Korrekturen nötig sind. Wissenschaftler des IAP haben den Biokunststoff entwickelt. Sie haben Polyactid gewählt, weil dieser schon bei 58 Grad Celsius weich wird. „Somit kann das Produkt mehrfach und schnell durch Erwärmen nachgeformt werden“, erklärt Helmut Remde, Leiter im Fraunhofer-IAP-Verarbeitungstechnikum. Die Forscher um Remde haben auf Basis des Polyactid eine Rezeptur entwickelt, mit welcher der Kunststoff in industriellen Mengen hergestellt werden kann.

Die neue Schiene soll Patienten zugute kommen, bei denen Körperstellen nach Knochenbrüchen, Zerrungen, Stauchungen und Infektionen fixiert werden müssen. Herkömmliche Fixierungen sind oft unbequem, aufwändig beim Anlegen und anfällig für Geruchsbildung. „Für die Patienten soll die Schiene deutlich bequemer und leichter sein“, erklärt Anselm Gröning, Geschäftsführer der Firma Kölle Kunststofftechnik. Er und seine Mitarbeiter haben einen Kunststoff gewählt, mit dem sich Müll vermeiden lässt und der biologisch abbaubar, bezahlbar und ungiftig ist. Anwender in Arztpraxen und Krankenhäusern können die Schiene individuell am Patienten anpassen und wiederverwenden. Nach dem Gebrauch können sie diese über den Industriekomposter oder die Biotonne entsorgen.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter