23.03.2020

Bewegliche Finger durch Gelenkprothesen

Berlin – Eine Arthrose an der Hand kann Betroffene im Alltag stark beeinträchtigen. Kleinste Gelenkprothesen können Finger wieder beweglich machen, wie die Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie (DGH) informiert.

Bei einer Arthrose kommt es zu Schmerzen, Schwellungen und Steifheit. Die DGH weist anlässlich des Tags der Hand am 1. März darauf hin, dass Schmerzfreiheit und der Erhalt der Beweglichkeit einen hohen Stellenwert in der Behandlung haben. Bewährt haben sich dabei Maßnahmen wie Ruhigstellung, Injektionen, Medikamente oder Handtherapie. Wenn diese ausgeschöpft sind, können handchirurgische Maßnahmen helfen. Kleinste Fingergelenk-Prothesen gewinnen dabei an Bedeutung. „Die Hände sind für den Alltag unentbehrlich. Heute können wir Beweglichkeit von Fingergelenken mit modernsten Implantaten erhalten. Sie bieten inzwischen eine Alternative zur operativen Versteifung“, hebt Prof. Dieter C. Wirtz, Direktor der Klinik und Poliklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie am Universitätsklinikum Bonn, hervor.

Kunstgelenke, sogenannte Endoprothesen, können nicht nur an größeren Gelenken wie Knie oder Hüfte eingesetzt werden, sondern zunehmend auch an kleinen Gelenken. In der Behandlung von Handerkrankungen kommt der künstliche Ersatz in Betracht, wenn Beschwerden in den Mittel- und Grundgelenken zunehmen. Die Endoprothesen sollen von Schmerzen befreien und langfristig die Beweglichkeit erhalten. Zudem bieten sie Stabilität.

„Allerdings muss dafür noch eine gute Restbeweglichkeit des Fingergelenks gegeben sein. Ist es bereits zu einer deutlichen Einsteifung des Gelenks gekommen, machen Gelenkprothesen oftmals keinen Sinn mehr“, erläutert Dr. Thomas Brockamp, Präventionsexperte der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU). Er ist im Orthopaedicum in Coesfeld als Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie mit Schwerpunkt Handchirurgie tätig.
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