16.10.2020

Bessere Verbindung zwischen Gerät und Rettungsteam

Landshut – Gegen den Lärm im Rettungshubschrauber: Die Hochschule Landshut entwickelt ein Gerät, das die akustischen Alarmsignale der Medizingeräte direkt an die Headsets der mitfliegenden Sanitäter und Ärzte übermittelt.

Wenn nach einem Unfall Verletzte mit dem Rettungshubschrauber geborgen werden müssen, ist jede Sekunde kostbar. Ein Problem für die Rettungsteams bei solchen Einsätzen ist jedoch, dass sie die Alarmsignale der Medizingeräte aufgrund des hohen Geräuschpegels im Hubschrauber nicht sofort hören und daher oft nur zeitverzögernd reagieren können. Im Projekt SafeAERIAL entwickelt die Hochschule Landshut unter Leitung von Prof. Guido Dietl ein Überwachungssystem („Alarmhub“), das eine drahtlose Kommunikation zwischen den medizinischen Geräten und den Headsets der Besatzung herstellt. Die ADAC Luftrettung ist als assoziierte Partnerin beteiligt. Das Projekt wird laut Mitteilung vom Bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert.

Verändert sich die Atem- oder Herzfrequenz eines Patienten, geben die medizinischen Geräte sofort ein Alarmsignal. „Im Hubschrauber ist es allerdings so laut, dass das Rettungsteam diese Signale nicht hört“, erklärt Guido Dietl. Die Lösung des Problems ist ein Alarmmanagementsystem, das die Signale bündelt und an eine dritte Stelle (z.B. eine Intercom-Anlage) weitergibt. „Bislang existiert in Rettungshubschraubern allerdings kein solches System“, so Dietl. Er forschte daher seit Anfang 2018 gemeinsam mit seinem Team an einer Lösung. Das Ergebnis: ein laut Mitteilung nahezu marktreifer Prototyp eines sogenannten Alarmhubs. „Dieser Alarmhub verbessert sowohl die Arbeitsbedingungen für das medizinische Personal als auch die Sicherheit der Patienten.“

Zusätzlich hat das Forscherteam einen energiesparsamen Adapter für die drahtlose Bluetooth-Low-Energy-Anbindung aller Medizingeräte, die keine drahtlose Schnittstelle besitzen, entworfen. Dabei fanden die Wissenschaftler eine intelligente Lösung, wie die benötigte Energie über die Kommunikationsschnittstelle gesammelt und damit keine weitere Energieversorgung benötigt wird.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter