16.10.2020

Beatmungsgerät aus Gerümpel

Kaiserslautern – Während des Corona-Lockdowns entwickelt der Ingenieur Prof. Oliver Maier aus Kaiserslautern ein Beatmungsgerät, das jeder selbst nachbauen kann – ein wenig handwerkliches Geschick vorausgesetzt.

Viele Bauteile findet Maier, der am Fachbereich Angewandte Ingenieurwissenschaften der Hochschule Kaiserslautern lehrt, in seinem Keller –zum Beispiel einen Gartenschlauch, elektromagnetische Ventile oder Rohrstücke. Bevor er loslegt sucht er den Kontakt zu Kollegen aus anderen Disziplinen und zu Ärzten aus dem Westpfalzklinikum in Kaiserslautern und der Uniklinik Homburg. Seine Idee findet Gehör. Ein „Konsortium“ aus Medizinern und Ingenieuren bildet sich, um die notwendigen Anforderungen festzulegen, teilt die Hochschule Kaiserslautern mit. Zur Einschätzung des Potenzials der verschiedenen Konzeptvarianten wird ein dynamisches Simulationsmodell aufgestellt, das es auch ermöglicht, die Auswirkung der Änderung einzelner Parameter zu analysieren.

Nach der Vorstellung des Projekts beim Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering in Kaiserslautern wird ein von der Fraunhofer-Gesellschaft finanziertes Projekt zur Risikobewertung des Aufbaus des Beatmungsgeräts aufgesetzt, das bis Ende 2020 läuft. Noch während des frühen Lockdowns kann Maier den ersten funktionsfähigen Prototyp bauen. Basierend auf den daraus gewonnenen Erkenntnissen entsteht dann mit Unterstützung von Prof. Lutz Gäng und Prof. Karl-Herbert Schäfer vom Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik ein zweiter, kompakterer Prototyp.

Maier sieht noch mehr Potenzial zur Optimierung. Aber das ist jetzt Aufgabe des wissenschaftlichen Nachwuchses an seinem Fachbereich. „An einem realen Projekt mit aktuellem Bezug zu arbeiten, macht den Studierenden natürlich wesentlich mehr Spaß, als nur in den Vorlesungen zu sitzen“, weiß er, „und es bleibt natürlich auch mehr hängen, insbesondere, wenn man das Gefühl haben kann, mit seiner Arbeit etwas Gutes zu tun“.
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