18.02.2019

AWMF: Leitlinienwissen für Gesundheits-Apps

Berlin – Für Gesundheits-Apps gibt es keinen einheitlichen Bewertungsmaßstab, um ihre Qualität zu messen. „Das wird jedoch immer wichtiger, da diese digitalen Anwendungen mehr und mehr auch unmittelbaren Einfluss auf Therapien haben“, sagt Prof. Rolf Kreienberg, Präsident der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF). Diese startet deswegen ein Digitalisierungsprojekt.

Auf der jüngsten AWMF-Leitlinien-Konferenz fordert Dr. Urs-Vito Albrecht von der Medizinischen Hochschule Hannover die Fachgesellschaften auf, gemeinsam pragmatische Qualitätsanforderungen herauszuarbeiten und nicht nur fachspezifische Siegel zu entwickeln. Um die Qualität einer App bewerten zu können, müsse man beispielsweise auf ihre Zweckmäßigkeit, ihr Risikopotenzial, ihre ethische Unbedenklichkeit und auf ihre inhaltliche Validität achten. Für letztere stünden die Leitlinien der Fachgesellschaften in der AWMF als verlässliche Grundlage zur Verfügung. Diese sollten deswegen künftig digital erstellt, verwaltet, implementiert und evaluiert werden. Das erfordere eine Einheitlichkeit, so der Mitarbeiter des Peter L. Reichertz-Instituts für medizinische Informatik.

Prof. Ina B. Kopp, Leiterin des AWMF-Instituts für Medizinisches Wissensmanagement, glaubt an Arbeitserleichterungen für die Autoren. Das Ziel der AWMF ist, dass sich Leitlinienwissen in digitalen Angeboten einbinden lässt – zum Beispiel in Arztinformationssystemen oder Lernplattformen für Medizinstudenten. Es wäre außerdem für Smartphone- oder Tabletanwendungen nutzbar. „So könnten wir ermöglichen, dass in den vielen auf dem Markt befindlichen Gesundheits-Apps verlässliches medizinisches Wissen enthalten ist“, sagt Prof. Claudia Spies, Vorsitzende der Ständigen Kommission Leitlinien der AWMF. Bis zum Jahr 2022 soll laut AWMF-Plan die Digitalisierung von Leitlinien umgesetzt sein.
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