21.08.2019

App unterstützt Behandlung von Kindern mit Ängsten

Bochum – Ein Forscherteam der Kinder- und Jugendpsychologie an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) will untersuchen, wie wirksam eine frühe einmalige Behandlung bei spezifischen Ängsten von Kindern ist. Teil der Therapie ist eine personalisierte App. Sie hilft dabei, sich selbstständig an die angstauslösende Situation heranzuwagen.

App unterstützt Behandlung von Kindern mit ÄngstenAusgeprägte Ängste in der Kindheit können das Risiko für andere Störungen im Verlauf des Lebens wie etwa Panikattacken oder Depression erhöhen. Nach derzeitigen Erkenntnissen haben zehn Prozent aller Menschen als Kinder eine ausgeprägte, konkrete Angst etwa vor der Dunkelheit oder vor Spinnen. Ein internationales Forscherteam untersucht in einer Studie, wie sinnvoll eine frühe Behandlung ist. Daran beteiligen sich 168 Kinder zwischen sechs und 13 Jahren, die an vier psychotherapeutischen Zentren in Deutschland und den Niederlanden behandelt werden.
Nach einer einmaligen dreistündigen Behandlung folgt eine vierwöchige Übungsphase zu Hause. Die Kinder stellen sich in Anwesenheit ihrer Eltern ihren Ängsten. Die Hälfte von ihnen erhält nach der ersten Sitzung eine personalisierte App, die zum Beispiel an das Geschlecht, Alter und die Art der Angst angepasst ist. Sie enthält kurze Filmsequenzen der Therapiesitzung. Die Kinder blicken auf Erfolge zurück und können sich damit ermutigen. Vor und nach den Behandlungen erheben die Wissenschaftler, wie ausgeprägt die Angst ist und vergleichen den Effekt der Intervention mit und ohne App.
Zum Ziel erklärt Silvia Schneider, Leiterin des Lehrstuhls für Klinische Kinder- und Jugendpsychologie: „Wir brauchen eine leicht zugängliche Intervention für Kinder, die nicht stigmatisieren darf und sowohl Eltern als auch Kindern bei der Selbstkontrolle hilft.“ Schneider leitet auch das an der Studie beteiligte Zentrum für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der RUB und koordiniert die Untersuchung. Beteiligt sind auch Experten aus Australien und den USA.
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