16.12.2014

Akademien fordern mehr Mittel für Individualisierte Medizin

Berlin – Mehr Ressourcen für den Ausbau der Individualisierten Medizin fordern drei Wissenschaftsakademien in einer gemeinsamen Stellungnahme. In der Grundlagenforschung sei Deutschland gut ausgestattet, aber es fehle an Mitteln beim Übergang in die klinische Forschung, so die Wissenschaftler.

Um die Möglichkeiten der Individualisierten Medizin in den Kliniken zu nutzen, bräuchte es eine spezielle Geräteausstattung beispielsweise zur Genomsequenzierung sowie Biobanken, Datenbanken mit Patienteninformationen und eine gute IT-Ausstattung, sagt Prof. Dr. Hajo Kroemer von der Universitätsmedizin Göttingen und einer der Sprecher der Arbeitsgruppe. „Da ist Deutschland im Vergleich zu europäischen Nachbarländern oder den USA ein Entwicklungsland.“ Die dafür notwendigen Mittel könnten laut Positionspapier aus Forschungsprogrammen oder über Stiftungen eingeworben werden. „Man muss erst einmal investieren“, meint Sprecherin Prof. Dr. Bärbel Friedrich, Mikrobiologin und Vizepräsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die zusammen mit acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und der Union der Deutschen Akademien der Wissenschaften die Stellungnahmen erarbeitet hat. Auf lange Sicht würden sich die Kosten einpendeln, so Friedrich. Einsparungen würden sich ergeben, wenn unnötige Behandlungen aufgrund der Diagnostik nicht durchgeführt würden und die Individualisierte Medizin auch auf die Prävention ausgeweitet werden könne und damit Krankheiten verhindert oder abgemildert werden könnten.

Neben den strukturellen Voraussetzungen haben die 20 Wissenschaftler der interdisziplinär zusammengesetzten Arbeitsgruppe weitere medizinische, ethische, rechtliche und ökonomische Fragen in ihrer Stellungnahme „Individualisierte Medizin – Voraussetzungen und Konsequenzen“ beleuchtet. Sie kann unter www.leopoldina.org/de/individualisierte-medizin abgerufen werden.
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