16.01.2020

3D-Atlas offenbart Komplexität des Knochenmarks

Heidelberg – Einen 3D-Atlas des Knochenmarks haben Heidelberger Forscher hergestellt. Bei Blutkrankheiten wie Leukämie könnte dies in Zukunft vielleicht eine bessere Behandlung ermöglichen.

Konkret haben die Wissenschaftler eine neue Methode entwickelt, um die dreidimensionale Organisation des Knochenmarks auf Einzelzell-Ebene aufzuzeigen. Dabei haben sie bislang unbekannte Zelltypen identifiziert, die eine spezifische Mikro-Umgebung schaffen, die für die Blutbildung aus Stammzellen erforderlich ist. Die aktuelle Arbeit zeige die unerwartete Komplexität im Aufbau des Knochenmarks in einer beispiellosen Auflösung und liefere neue Möglichkeiten, Blutkrankheiten wie Leukämien zu untersuchen, teilt das Deutsche Krebsforschungszentrum mit.
Mit der Kombination neuer Methoden kann das Team vom Deutschen Krebsforschungszentrum, vom Heidelberger Institut für Stammzelltechnologie und Experimentelle Medizin (HI-STEM gGmbH) und vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) grundsätzlich die Organisation aller komplexen Organe charakterisieren. In der aktuellen Arbeit konzentrierten sich die Forscher auf den Aufbau des Knochenmarks von Mäusen. „Bisher war nur sehr wenig darüber bekannt, wie die verschiedenen Zellen im Knochenmark organisiert sind und wie sie zur Erhaltung von Blutstammzellen interagieren“, erklärt Chiara Baccin aus der Gruppe von Lars Steinmetz am EMBL. „Unser Ansatz enthüllt die zelluläre Zusammensetzung, die dreidimensionale Organisation und die interzelluläre Kommunikation im Knochenmark. Dieses Gewebe war bisher mit herkömmlichen Methoden nur schwer zu untersuchen“, sagt Jude Al-Sabah aus der Forschungsgruppe von Simon Haas, DKFZ und HI-STEM. Mit der Methode könne prinzipiell die dreidimensionale Organisation jedes Organs auf Einzelzell-Ebene analysiert werden. Mit dem Ansatz sei auch die Untersuchung der komplexen Pathologie menschlicher Erkrankungen wie Anämie oder Leukämie möglich, heißt es.
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