17.09.2013

Kardiologie: Insbesondere für Patienten mit Defibrillatoren (ICD) und kardialen Resynchronisationssystemen (CRT) wird eine telemedizinische Überwachung empfohlen

Neue Leitlinien der European Society of Cardiology und Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie unterstreichen den Nutzen der Telekardiologie

Kardiologie: Insbesondere für Patienten mit Defibrillatoren (ICD) und kardialen Resynchronisationssystemen (CRT) wird eine telemedizinische Überwachung empfohlenAm 29. September 2013 ist Welt-Herz-Tag. Der Jahrestag macht die Menschen auf wichtige Aspekte von Herz-Kreislauf-Erkrankungen aufmerksam und rückt ins Bewusstsein, dass vielseitige Innovationen verfügbar sind, die das Herz gesund und leistungsfähig erhalten. Die Telekardiologie beispielsweise rettet Leben. Sie ermöglicht ein engmaschiges Monitoring für Patienten, die einen Herzschrittmacher, einen implantierbaren Defibrillator oder ein Herzinsuffizienzsystem tragen müssen.

Die Telekardiologie hat sich in den letzten Jahren stark entwickelt. Dass sie sogar Todesfälle reduzieren kann, haben deutsche Kardiologen kürzlich auf dem ESC-Kongress in Amsterdam gezeigt. Ihre wachsende Bedeutung spiegelt sich seit kurzem auch in den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK)* und den neuen Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC)** wider: Hier ist das implantatbasierte Telemonitoring (Remote Monitoring) nun eine so genannte Klasse IIa Indikation mit dem höchsten Evidenzlevel A. Diesen erhalten nur solche Therapien, die ihren klinischen Nutzen mit zahlreichen randomisierten kontrollierten Studien und Metaanalysen belegen können. Für die Implantatpatienten ist dies ein wichtiger Schritt, weil sie erstmals einen deutlichen Anspruch auf die telemedizinische Betreuung erhalten.
Mit Telemonitoring haben klinische Zentren jederzeit Zugriff auf tagesaktuelle diagnostische Daten. Sie erhalten umgehend eine Nachricht, wenn sich der Implantatzustand oder die Herzfunktion verändert – ohne dass Patienten dazu aktiv etwas beitragen müssen.
Kritische Veränderungen des Herzens oder der Systemfunktion können somit deutlich früher erkannt werden. Insbesondere gefährliche Rhythmusstörungen, wie stilles Vorhofflimmern, und technische Defekte können zeitnah behandelt und Schlaganfälle, ungewollte Schockabgaben und Klinikaufenthalte so vermieden werden.

Die neue Generation implantierbarer Defibrillatoren ermöglicht Patienten außerdem sichere Magnetresonanztomografien (MRT)

Seit 2012 stehen die weltweit ersten implantierbaren Cardioverter Defibrillatoren (ICDs) und Herzinsuffizienzsysteme zur kardialen Resynchronisationstherapie (CRT) zur Verfügung, die auch für MRT-Untersuchungen zugelassen sind. Bis dahin waren Träger eines Defibrillators aus Sicherheitsgründen von MRT-Untersuchungen ausgeschlossen. Bis zu 75 Prozent der Implantatträger - vor allem multimorbide Patienten zwischen 50 und 80 Jahren - können von den MRT-fähigen Geräten profitieren. Mit einem Volumen von 30 Kubikzentimetern und einer Servicezeit von über 11 Jahren gehören die neuen ICDs weltweit zu den kleinsten und zugleich leistungsstärksten Geräten, die es jemals gab. Die MRT-fähigen ICDs verfügen ebenfalls über die Möglichkeit ihre gespeicherten Daten telemetrisch per Home Monitoring an die Klinik oder Praxis zu übermitteln, um den Patientenzustand fortwährend im Blick zu behalten und im Bedarfsfall schnell handeln und Therapien bedarfsgerecht anpassen zu können. Das Implantat ist hierzu mit einer winzigen Antenne ausgerüstet, die die Patientendaten ohne Zutun des Patienten automatisch über mobilfunkfähiges Patientengerät an den Arzt sendet. Auf diese Weise bleiben das Herz und die Implantatfunktion durchgehend überwacht und der Patient sicher betreut.

* http://leitlinien.dgk.org/files/2013_Empfehlungen_Telemonitoring_2.pdf
** http://www.escardio.org/guidelines
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