21.08.2013

Schlaganfalltherapie: Schnelles und sicheres mechanisches Verfahren zur Blutgerinnselentfernung im Gehirn

Durch den Einsatz eines neuen, mechanischen Thrombektomie-Systems kann mit einem einfachen und einmaligen Eingriff der Blutfluss wiederhergestellt werden

Schlaganfalltherapie: Schnelles und sicheres mechanisches Verfahren zur Blutgerinnselentfernung im GehirnDer Schlaganfall ist einer der häufigsten Erkrankungen und Todesursachen weltweit. Zu einem ischämischen Schlaganfall kann es kommen, wenn ein Blutgerinnsel (Thrombus) ein Blutgefäß verstopft und dadurch den Blutstrom unterbricht. Je schneller der Patient behandelt wird, desto größer sind seine Überlebenschancen und umso geringer das Risiko von bleibenden Behinderungen. Empfohlene Ersttherapie ist die intravenöse Thrombolyse, bei der ein Medikament in die Blutbahn gespritzt wird, welches das Blutgerinnsel auflösen soll. Besonders für große Arterien und größere Thromben eignet sich die medikamentöse Behandlung jedoch nur bedingt: Hier können im Rahmen der mechanischen Thrombektomie sogenannte Stent Retriever zum Einsatz kommen.

„Bei der mechanischen Thrombektomie verbleibt der Stent nicht dauerhaft im Blutgefäß, sondern wird zusammen mit dem Gerinnsel wieder herausgezogen“, sagt Professor Dr. Ansgar Berlis, Klinik für Diagnostische Radiologie und Neuroradiologie, Augsburg. Bei dem Stent Retriever handelt es sich um ein spezielles System, an dessen Spitze ein entfaltbares Gittergeflecht enthalten ist. Das Thrombektomie-System wird über die Leistenarterie bis in das Hirngefäß vorgeschoben und in das verschlossene Gefäß eingeführt. Der Thrombus verfängt sich dabei in dem Stent Retriever und kann in diesem Gittergeflecht aus dem Gefäß herausgezogen werden. „Da das Zurückziehen innerhalb eines Katheters erfolgt, minimiert sich gleichzeitig die Gefahr von Schäden an den Blutgefäßen“, so Berlis.

Größeres Zeitfenster für die Therapie

Das stentbasierte mechanische Thrombektomiesystem ermöglicht die Wiederherstellung der Blutversorgung eines Gewebes (Revaskularisierung) bei Patienten mit akutem Hirninfarkt. Es ist ein einfaches, schnelles und sicheres Verfahren, und das erste, das in einem Arbeitsgang das Gerinnsel aus verstopften Blutgefäßen entfernt und den Blutfluss wiederherstellt. Den Patienten steht durch die mechanische Methode auch ein längeres Zeitfenster offen: Muss bei der intravenösen Thrombolyse innerhalb von 4,5 Stunden nach Symptombeginn gehandelt werden, verlängert sich der Zeitrahmen auf bis zu acht Stunden bei der mechanischen Thrombektomie. Für die Behandlung mit diesem System kommen Patienten in Frage, die für eine intravenöse medikamentöse Gerinnselauflösung nicht geeignet sind oder bei denen diese nicht anschlägt.
Besuchen Sie uns auf Facebook Besuchen Sie uns auf Twitter