18.04.2013

Neue Technologie ermöglicht risikoärmere Katheterablation bei Herzrhythmusstörungen

Durch den Einsatz einer neuen Methode zur Messung des Anpressdrucks des Katheters an die Herzinnenwand werden die Risiken der Katheterablation deutlich gesenkt und die Erfolgsaussichten des Eingriffs erhöht.

Neue Technologie ermöglicht risikoärmere Katheterablation bei HerzrhythmusstörungenDeutschlandweit leiden rund 1,8 Millionen Menschen an Vorhofflimmern. Eine mögliche Behandlungsform ist die minimal-invasive Katheterablation, bei der ein Katheter über eine Leistenvene in das Herz eingeführt wird und die Bereiche der ins Herz mündenden Lungenvenen, die die Herzrhythmusstörungen verursachen, verödet werden. Der Anpressdruck des Katheters an die Herzinnenwand ist für die erfolgreiche Durchführung des Eingriffs von größter Wichtigkeit. Ein neuartiger Katheter überträgt nun mit drei Sensoren den Anpressdruck in Echtzeit auf einen Monitor, was zu einer schnelleren und sichereren Prozedur beiträgt und hilft, Komplikationen und ineffektive Verödungen zu vermeiden.

Im gesunden Herzen sorgt ein körpereigener Herzschrittmacher, der Sinusknoten, dafür, dass das Herz regelmäßig und in der richtigen Frequenz schlägt. Bei Störungen des Herzrhythmus, speziell beim Vorhofflimmern, senden neben dem Sinusknoten noch weitere Quellen Impulse an die Herzvorhöfe. Diese Impulse entspringen in den meisten Fällen den Lungenvenen, die in den linken Vorhof münden. Bei Vorhofflimmern kann es sich lediglich um eine Episode handeln, die von selbst wieder verschwindet. Bei wiederholtem Auftreten allerdings, erhöht sich für den Betroffenen das Schlaganfallrisiko, da das Herz wegen des Vorhofflimmerns weniger Blut durch den Körper pumpt. So kann es zur Bildung von Gerinnseln im linken Vorhof kommen, die einen Schlaganfall auslösen können.

Zur Minderung des Schlaganfallrisikos bei Vorhofflimmern werden heute zwei Methoden angewandt. Die Kontrolle des Herzrhythmus durch Medikamente und die Ablation derjenigen Venen, die den Herzrhythmus stören. Bei den Medikamenten handelt es sich zum einen um Wirkstoffe zur Rhythmuskontrolle (Antiarrhythmika) und zum anderen um Mittel zur Verhinderung von Blutgerinnseln (Antikoagulantien). Diese Medikamente müssen regelmäßig eingenommen werden, sind meist verbunden mit Nebenwirkungen und bieten keine hohen Erfolgsaussichten auf dauerhafte Heilung. Die Ablationstherapie hingegen zielt auf eine dauerhafte Beseitigung der Störung ab. Zu diesem Zwecke werden die Bereiche der Lungenvenen, die durch ihren eigenen Rhythmus dafür sorgen, dass das Herz unregelmäßig schlägt, mittels Energie verödet. Dazu wird ein Ablationskatheter durch eine geeignete Leistenvene in den Herzvorhof eingeführt. Hier wird die Katheterspitze in direkten Kontakt mit dem Vorhofflimmern auslösenden Herd gebracht, der dann durch Energieabgabe verödet wird. Die verödeten Muskelzellen vernarben und geben keine Impulse mehr an den Vorhof ab.

Der Anpressdruck des Katheters ist entscheidend

Für die erfolgreiche Durchführung der Verödung dieser Störungsherde ist der Anpressdruck des Katheters an die Herzmuskelwand von höchster Bedeutung. Ist er zu gering, werden die Herde nicht vollständig verödet, ist er zu hoch, kann es zu Verletzungen der Herzmuskelwand oder des benachbarten Gewebes kommen. Um den Anpressdruck optimal steuern zu können, werden heute innovative Technologien eingesetzt. Ein neuartiger mit Kochsalzlösung gespülter Hochfrequenzkatheter mit Anpresskraftmessung verfügt über drei Sensoren in der Katheterspitze, die über ein schwaches Magnetfeld die Auslenkung einer im Schaft befindlichen Präzisions-Feder messen. So werden Richtung und Kraft, mit der die Katheterspitze auf die Herzinnenwand drückt, in Echtzeit dreidimensional auf einem Computersystem dargestellt, was eine genauere Steuerung der Ablation ermöglicht. Eine praxisnahe Studie belegt, dass durch den Einsatz dieser neuen Technologie die Ablations- und Gesamteingriffszeit signifikant gesenkt und Komplikationen sowie ineffektive Verödungen vermieden werden.
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