23.04.2009

24h-Sprechstunde für Herzpatienten

Mehr Flexibilität und Sicherheit für Schrittmacher-Träger

24h-Sprechstunde für HerzpatientenEltville, 23.04.2009 (Aktion Meditech)
Herzkranken Patienten stehen heute viele moderne Lebensretter zur Verfügung. Herzschrittmacher oder Defibrillatoren sind leistungsfähige Hightech-Geräte und helfen den häufig schwerkranken Patienten, wieder ein normales Leben zu führen. Kombiniert mit telekardiologischen Übertragungssystemen können die kleinen Helfer aber noch viel mehr: Gemessene Herzdaten werden vollautomatisiert an den behandelnden Arzt übertragen, der dadurch lückenlos und über große Entfernungen, über den aktuellen Gesundheitszustand des Patienten informiert ist. Für die Betroffenen ein großes Plus an Sicherheit und Flexibilität.

Sich jederzeit sicher betreut fühlen, ohne dabei häufiger die Praxis oder Klinik aufzusuchen, das ist der Idealfall für jeden Herzpatienten. Mit der Telekardiologie kann dies gelingen. Je nach System, senden die kleinen elektronischen Helfer per Telefonleitung oder Mobilfunk in regelmäßigen Abständen eine Vielzahl wichtiger Daten an den behandelnden Kardiologen. Für den Betroffenen passiert das Sammeln und Analysieren der Daten unbemerkt im Hintergrund, er spürt davon nichts.

Direkter Draht zum Arzt

Wer viel unterwegs ist oder keinen Festnetzanschluss besitzt, für den bietet sich ein mobilfunkbasiertes System an, das weltweit flexibel eingesetzt werden kann. Hierbei sendet der Schrittmacher oder Defibrillator über eine kleine eingebaute Antenne wichtige Herzparameter an ein mobiles Patientenempfangsgerät. Das mobilfunkbasierte Patientengerät ist ortsunabhängig einsetzbar und kann somit nicht nur zu Hause, sondern auch unterwegs und auf Reisen weltweit genutzt werden. Über die Mobilfunknetze werden die Daten tagesaktuell ohne Zutun des Patienten an ein zentrales Rechenzentrum geschickt und ausgewertet. Mit Hilfe eines persönlichen Kennwortes kann der Arzt diese Daten jederzeit im Internet abrufen und kontrollieren. So kann er im Anschluss an aufgetretene Herzrhythmusstörungen z.B. erkennen, wie es dem Patienten gerade geht und ob sein Schrittmacher zuverlässig sicher arbeitet.

Andere telekardiologische Systeme versenden die Daten über die Telefonleitung. Auch ihre Handhabung ist einfach und sicher: Der Patient legt zu Hause einmal pro Tag ein kleines Kästchen, ungefähr so groß wie eine Bonbondose, von außen auf sein Implantat. Das Gerät liest die gespeicherten Herzdaten innerhalb weniger Minuten aus und sendet sie über das Festnetz an ein Ärzte-Zentrum, wo die Daten ebenfalls aufbereitet werden und für den behandelnden Kardiologen online verfügbar sind. Allen Systemen gemeinsam sind wichtige Sicherheitsfunktionen. Bei gefährlichen Veränderungen des Herzrhythmus informieren sie den behandelnden Arzt umgehend per SMS oder E-Mail über die gesundheitliche Veränderung. Dieser kann gegebenenfalls sofort Kontakt mit dem Patienten aufnehmen und weitere ärztliche Maßnahmen einleiten.

Zu den neuesten Innovationen der Telekardiologie gehört das "Ampelkonzept". Mit nur einem Blick kann der Arzt auf seinem Monitor hiermit Veränderungen im kardiologischen Status seiner Patienten ausfindig machen und schwerwiegende von weniger kritischen Ereignissen unterscheiden. Steht die Status-Ampel eines Patienten beispielsweise auf "rot", so weiß der Mediziner, dass schwerwiegende Komplikationen vorliegen und kann den Patienten kontaktieren, um geeignete Therapiemaßnahmen zu ergreifen.

Seltener ins Krankenhaus

Vor allem für Patienten, die in ländlichen Gegenden wohnen, ist die Telekardiologie ein großer Fortschritt. Auf dem Land können sich Anreise und Wartezeit zum Arzt leicht zu mehreren Stunden summieren; mit Hilfe der Telekardiologie lässt sich schnell ermitteln, ob eine Nachuntersuchung oder eine Therapieanpassung überhaupt notwendig sind. Medizinische Studien belegen klar die Wirksamkeit der Telekardiologie: Herzpatienten, die die innovative Datenübertragung nutzen, müssen seltener ins Krankenhaus, da der behandelnde Kardiologe bei gefährlichen Herzrhythmusstörungen sofort eingreifen kann - es kommt zu einem Zeitvorsprung, der dem Patienten gegebenenfalls das Leben retten kann.

Weiterer Clou: Auch der Patient selbst kann bei beiden Systemen aktiv werden. Verspürt er beunruhigende Symptome wie Unwohlsein, Schweißausbrüche oder Kurzatmigkeit, reicht ein Anruf im Ärzte-Zentrum, das 24 Stunden erreichbar ist. Die Telekardiologie bietet dem Patienten somit rundum ein großes Plus an Sicherheit. Dem Arzt ermöglicht sie darüber hinaus eine individuell auf die Situation des Betroffenen zugeschnittene kardiologische Behandlung. Kein Wunder, dass sich laut einer Befragung rund 90 Prozent der Anwender sicherer fühlen. Insgesamt nutzen bereits mehr als 38.000 Herzpatienten die beruhigende Möglichkeit, täglich mit ihrem Kardiologen verbunden zu sein.
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