24.09.2003

Hilfe für schwache Herzen:

Neue Therapie: Kardiale Resynchronisation verbessert die Lebensqualität bei Herzmuskelschwäche erheblich

Hilfe für schwache Herzen:Berlin, 24. September 2003 - Allein in Deutschland leiden rund 1,3 Millionen Menschen unter Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz). Eine schwere Diagnose, die auch immer mehr jüngere Menschen betrifft, und die in vielen Fällen innerhalb weniger Jahre zum Tod führt. Medikamentöse Behandlung kann das Fortschreiten der Symptome wie Atemnot, Schwindel und chronische Erschöpfung nur lindern. Hoffnung für viele Patienten bietet jetzt ein neues Schrittmachersystem, die Kardiale Resynchronisations-Therapie (CRT): Sie bringt das Herz wieder in Takt, erleichtert den Blutfluss und verbessert so die Lebensqualität der Patienten erheblich. Dr. Christian Butter vom Deutschen Herzzentrum Berlin: “Die Kardiale Resynchronisation wird sich schnell durchsetzen. Sie hilft den Patienten enorm und spart sogar Kosten.“ Die CRT wird bisher von Herz-Spezialisten in ca. 200 Krankenhäusern in Deutschland eingesetzt.

Herzmuskelschwäche kann viele Ursachen haben: Dauerhaft hoher Blutdruck, eine fehlerhafte Herzklappe oder ein Herzinfarkt. Die Pumpleistung des Herzens wird immer schwächer, das Zusammenspiel der vier Kammern geht verloren. Der Patient fühlt sich matt. Füße und Knöchel schwellen an, Treppensteigen wird zur Qual. Schon bei kleinsten körperlichen Anstrengungen stellt sich Atemnot ein. Die Krankenhausaufenthalte werden häufiger und länger. Und die Wahrscheinlichkeit, am Plötzlichen Herztod zu sterben, ist bis zu neunmal höher als bei gesunden Menschen!

Kleines Gerät - große Erleichterung

Eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität schafft jetzt die Behandlung mit Kardialer Resynchronisations-Therapie, kurz CRT. Der Kardiologe implantiert unter lokaler Betäubung einen Mikrocomputer im Brustmuskelbereich. Dieser wird mit drei feinen Elektroden verbunden, die vorher in verschiedenen Kammern des Herzens platziert wurden. Durch winzige elektrische Impulse stellt dieses hochintelligente Schrittmachersystem sicher, dass die Herzkammern wieder "im richtigen Takt" arbeiten. Die Folge: Das Herz pumpt mehr Blut in den Körper, es braucht weniger zusätzlichen Sauerstoff - die Patienten atmen regelrecht auf. Auch CRT kann die Herzmuskelschwäche nicht heilen, aber die Betroffenen fühlen sich deutlich besser, brauchen weniger Medikamente und sind seltener und kürzer im Krankenhaus als solche, die nur medikamentös behandelt werden.

Höhere Lebensqualität - weniger Kosten

Dr. Christian Butter von Aktion Meditech: "Am Deutschen Herzzentrum Berlin machen wir hervorragende Erfahrungen mit CRT. Wir können sie bei etwa 20 % der Herzinsuffizienten einsetzen, z.B. bei solchen mit Linksschenkelblock." Auch finanziell gesehen ist die Kardiale Resynchronisation ein Gewinn: Aktuelle Berechnungen zeigen, dass pro Patient im ersten Behandlungsjahr ca. 3.000 Euro eingespart werden können - und das bei verbesserter Lebensqualität!
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