26.08.2003

Nadelstichverletzungen dürfen kein Tabuthema mehr sein!

Sicherheitsprodukte senken wirksam Infektionsrisiken für medizinisches Personal und Patienten

Nadelstichverletzungen dürfen kein Tabuthema mehr sein!Berlin, 25. August 2003 - Weit über eine Million Menschen setzen sich in Krankenhäusern für die Gesundheit anderer ein - und nehmen dafür täglich selber Risiken in Kauf: Scheinbar harmlose Verletzungen durch Nadelstiche oder andere scharfe Gegenstände können zu Infektionen mit schwerwiegenden Folgen führen. Die größte Gefahr droht durch blutübertragene Erreger wie Hepatitis B, Hepatitis C oder HIV. Die jährlich ca. 500.000 Stich-, Schnitt- und Kratzverletzungen im Krankenhausbereich sind nicht auf persönliche Nachlässigkeit zurückzuführen, sondern u. a. auf hohe Arbeitsbelastung und die Verwendung unsicherer Produkte. Schon 25 Menschen haben sich berufsbedingt mit HIV infiziert. Wirksamen Schutz vor Infektionen bieten neue Medizinprodukte mit integrierten Sicherheitsvorrichtungen. Aktion Meditech fordert die Verantwortlichen im Gesundheitswesen auf, durch Verwendung solcher Produkte größtmöglichen Schutz für Anwender und Patienten zu gewährleisten.

Verharmlosung - aus Angst vor den Folgen

Die Dunkelziffer der Infektionen ist enorm: Man geht davon aus, dass lediglich 13 Prozent der Vorfälle gemeldet werden. Viele Ärzte, Schwestern oder Pfleger unterschätzen das Risiko kleiner Verletzungen, andere verharmlosen es aus Angst vor den Folgen einer möglichen Ansteckung. Allein schon die Tage, Wochen oder Monate der Ungewissheit und des Wartens auf die Laborwerte können sehr zermürbend sein. Über die Schicksale der Menschen, die aufgrund einer Infektion um ihren Arbeitsplatz fürchten müssen, evtl. berufsunfähig werden, in soziale Isolation geraten und lebenslang krank sind, ist wenig bekannt - Tabuthemen, vor denen gern die Augen verschlossen werden. Ein weiteres großes Problem der Nadelstichverletzungen: Unerkannte Infektionen von Beschäftigten im Gesundheitswesen bedrohen auch die Patienten!

84 % weniger Risiko durch Sicherheitsprodukte

Nadelstichverletzungen entstehen z. B. nach Blutentnahme- oder Injektionsvorgängen, wenn die Spritze mit der Kanüle zurück in die Schutzkappe gesteckt wird, oder wenn gebrauchte Instrumente in ungeeigneten Behältern entsorgt werden. Hochwirksamen Schutz bieten daher innovative Medizinprodukte, die genau an diesen Schwachstellen ansetzen. So gibt es z. B. Sicherheitskanülen mit leicht aktivierbarem Schutzschild und Sicherheitsvenenkatheter, die durch selbstaktivierende Schutzmechanismen den Kontakt zu Patientenblut praktisch völlig ausschließen. Amerikanischen Untersuchungen zufolge würde die konsequente Verwendung solcher Sicherheitsprodukte 84 % aller Nadelstichverletzungen vermeiden! Das ist auch ökonomisch sinnvoll, denn Nadelstichverletzungen verursachen in Deutschland jährliche Folgekosten von mehreren 100 Mio. Euro pro Jahr!
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