18.08.2014

Minimalinvasive Klappenchirurgie: Die schonende Alternative zur offenen Sternotomie

Minimalinvasive Klappenchirurgie: Die schonende Alternative zur offenen SternotomieOperationen an den Herzklappen erfolgen meist über eine Öffnung des Brustkorbs und bedeuten für den Patienten einen massiven Eingriff. Minimalinvasive Operationen hingegen können eine schonende Alternative darstellen. Anstatt das Brustbein vollständig zu durchtrennen, erfolgt der Eingriff über ein Endoskop. Ein kleiner Schnitt zwischen den Rippen ermöglicht den Zugang zum Herzen. Durch die sogenannte intraaortale Ballonokklusion kann die minimalinvasive Schlüssellochmethode nun weiter optimiert werden.
Die Herzklappen verschließen die Ein- und Ausgänge der Herzkammern und steuern den Blutfluss. Ist eine der vier Herzklappen undicht, verkalkt oder verengt, können verschiedene Symptome auftreten. Betroffene leiden insbesondere bei sportlichen Aktivitäten unter Kurzatmigkeit beim Luftholen sowie Brust- und Herzschmerzen. Auch Schwäche- und Schwindelgefühl sowie Müdigkeit gehören zu den gängigen Symptomen. Darüber hinaus können Herzklopfen oder ein unregelmäßiger Herzschlag, Aussetzer oder Flattern im Brustkorb auftreten. Da sich Erkrankungen der Herzklappen nur langsam verschlechtern, nehmen die Beschwerden schleichend zu. Dabei kann eine Erkrankung umso besser therapiert werden, je früher sie erkannt wird. Betroffene sollten deshalb erste Symptome ernst nehmen und vom Facharzt untersuchen lassen. Schließlich können Herzklappenerkrankungen nicht nur die Lebensqualität, sondern auch die Lebensdauer mindern.

Erkrankungen der Herzklappen

Herzklappendefekte können sowohl die linken (Aorten- und Mitralklappe) als auch die rechten Herzklappen (Pulmonal- und Trikuspidalklappe) betreffen. Dabei werden im Wesentlichen zwei Erkrankungstypen unterschieden, die jedoch auch in Kombination auftreten können. Bei der Stenose liegt eine Verengung der Herzklappe vor, die ein vollständiges Öffnen verhindert. Bei der Insuffizienz hingegen ist ein vollständiges Schließen unmöglich. Schwere Herzklappenerkrankungen müssen grundsätzlich operativ behandelt werden. Ist eine Rekonstruktion nicht möglich, wird die defekte Herzklappe durch eine neue ausgetauscht.

Vorteile der minimalinvasive Schlüsellochchirurgie

Bei der herkömmlichen Sternotomie sägt der Chirurg das Brustbein median in einer Länge von 20 bis 30 cm auf. Die Operation wird am geöffneten Brustkorb vorgenommen. Auch wenn keine Komplikationen bei der Wundheilung auftreten, bedeutet das Zusammenwachsen des Brustbeins für den Patienten eine mehrwöchige Regenerationsphase.
Eine Öffnung des Brustkorbs ist in den meisten Fällen jedoch nicht mehr nötig. Die minimalinvasive Schlüssellochchirurgie stellt heute eine schonende Alternative zur herkömmlichen Sternotomie dar. Anstatt das Brustbein zu durchtrennen, setzt der Chirurg einen kleinen Schnitt zwischen dem zweiten und dritten oder dem dritten und vierten Rippenbogen. Die Operation wird voll- bzw. teilendoskopisch durchgeführt. Dabei überträgt eine Kamera Videobilder vom Körperinneren auf einen Monitor im Operationssaal. Für den Patienten kann der Eingriff durch die minimalinvasive Methode bedeuten, dass er dank eines schnelleren Heilungsprozesses und weniger Schmerzen früher wieder belastbar und mobil ist. Ferner führt die Kleinschnitt-Technik zu einem besseren kosmetischen Ergebnis.

Intraaortale Ballonokklusion optimiert minimalinvasive Schlüssellochchirurgie

Mit der intraaortalen Ballonokklusion steht nun eine neue Methode zur Verfügung, die minimalinvasive Schlüssellochchirurgie weiter zu optimieren. Anstatt die Blutzufuhr zum Körperkreislauf mittels einer Aortenklemme zu durchtrennen, verschließt der Chirurg diese mit Hilfe eines speziellen Katheters. Dieser wird in die Leistenarterie eingeführt und bis zur Aortenklappe geschoben. Nachdem der Katheter richtig positioniert ist, wird der Ballon mit einer Kochsalzlösung gefüllt bis dieser die Aorta von innen verschließt. Der eigentliche Herzklappeneingriff kann beginnen. Eingesetzt werden kann das neue Okklusionssystem bei bestimmten herzchirurgischen Eingriffen wie aortenkoronaren Bypass-Operationen, Mitralklappenrekonstruktionen und Mitralklappenersatz, Vorhofablation sowie in der Roboterchirurgie.
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