01.08.2005

Helga Stubbe

"Erst die Video-Kapselendoskopie brachte Klarheit"

Helga StubbeHelga Stubbe
Trichinenbeschauerin aus Hamburg
57 Jahre
Ihr Dünndarmtumor wurde mithilfe der Video-Kapselendoskopie entdeckt

Helga Stubbe verdankt dem Zufall, dass ihre schlechten Blutwerte im Jahr 2000 überhaupt entdeckt wurden. Für ihre neue Stelle als Trichinenbeschauerin brauchte die 57-jährige Frau aus Hamburg ein Gesundheitszeugnis. Dabei ergab eine Blutprobe, dass ihre Hämoglobin- und Eisenwerte auffällig niedrig waren. Es folgten verschiedene Untersuchungen, darunter auch Magen- und Darmspiegelungen, die aber ergebnislos blieben.

"Weil die Ärzte nichts fanden, nahmen sie mich einfach nicht ernst. Sie sagten mir, dass mein Magen das Eisen, das ich mit der Nahrung aufnehme, vermutlich nicht richtig verwerten könne. Ich wurde mit Eisenpräparaten und Vitamin B12 wieder nach Hause geschickt."

Helga Stubbes Zustand schwankte, oft war sie erschöpft und nur gering belastbar. Helfen konnten ihr die Ärzte aber auch nach weiteren Untersuchun-
gen nicht. Immer wieder fragte sich die Hamburgerin, ob nicht doch eine ernste Ursache hinter ihren Beschwerden stecken könnte. Vier Jahre vergingen ohne Besserung. Die Entdeckung von Blut im Stuhl bei der regulären Krebsvorsorge führte Frau Stubbe im Jahr 2004 schließlich erneut zu einem Internisten - dem Dritten inzwischen.

"Diesmal blieb es nicht bei der Magen- und Darmspiegelung. Der Arzt sagte mir, dass Magen und Darm in Ordnung seien. Dazwischen läge aber mein Dünndarm und in seltenen Fällen gäbe es auch dort Blutungsquellen. Da er darin die Ursache meiner schlechten Werte vermutete, setzte er sich mit meinem Hausarzt in Verbindung und sah sich die Ergebnisse meiner ersten Blutuntersuchungen an."

Daraufhin empfahl der Internist Helge Stubbe, eine Video-Kapselendoskopie durchführen zu lassen. Die Kosten dafür musste sie zunächst selbst tragen.

"Mir war alles recht, ich wollte ja endlich wissen, was los ist."

Für die Untersuchung schluckte Helga Stubbe auf nüchternen Magen eine Kapsel in der Größe einer Vitaminpille, die eine winzige Kamera enthielt. Während die Hamburgerin ihrem gewohnten Tagesablauf nachging, durchlief die Kapsel innerhalb von etwa 8 Stunden ihren gesamten Verdauungstrakt, angetrieben von den normalen Darmbewegungen. Auf ihrem Weg durch den Dünndarm machte die Mini-Kamera alle zwei Sekunden ein Bild - insgesamt annähernd 60.000 Aufnahmen. Diese sandte sie an ein Empfängergerät, das Helga Stubbe bequem an einem speziellen Gürtel bei sich trug. Den gab Sie abends mitsamt dem Gerät zur Auswertung im Krankenhaus wieder ab. Am folgenden Tag stand das Ergebnis bereits fest.

"Die Diagnose lautete: Dünndarmtumor. Mein Arzt sagte, dass die Kamera fast eine Stunde gebraucht habe, um durch das betroffene Stück Darm durchzukommen. Aufgrund meiner ansonsten guten körperlichen Verfassung ging er aber eigentlich davon aus, dass der Tumor gutartig sei."

Auch wenn der Schreck über die Diagnose zunächst groß war, überwog letztlich doch die Erleichterung, dass die Ursache für die jahrelangen Beschwerden endlich festgestellt worden war und jetzt endlich gezielt behandelt werden konnte. Der Tumor wurde mitsamt 4 cm des betroffenen Dünndarms operativ entfernt. Die Hamburgerin erholte sich schnell von dem Eingriff und ist heute beschwerdefrei.

Die Kosten für die Video-Kapselendoskopie wollte Helga Stubbes gesetzliche Krankenkasse zunächst nicht übernehmen, aber sie ließ nicht locker und erreichte schließlich doch eine vollständige Erstattung.

"Es ging mir gar nicht ums Geld, sondern darum, dass die Kassen allen Patienten sinnvolle Untersuchungen bei ungeklärten Beschwerden bezahlen sollten."
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