19.05.2011

Arthrose

Gelenke stellen die bewegliche Verbindung zwischen zwei Knochen dar. Sie werden von Bändern und Muskeln gehalten und ihre Oberflächen sind mit einer spiegelglatten knorpeligen Gleitschicht versehen. Sie dient als Stoßdämpfer und sorgt für einen reibungslosen Bewegungsablauf. Wird der Knorpel zerstört oder geschädigt, kann er sich nicht mehr regenerieren. Diesen degenerativen Knorpelverschleiß nennt man Arthrose.

Knorpelverschleiß setzt bei der Hälfte aller Menschen bereits ab dem 35 Lebensjahr ein, spätestens ab 60 bleibt kaum noch jemand von Arthrose verschont. Liegt dem Verschleiß keine äußere Ursache zugrunde, gilt er als natürlicher Alterungsprozess und somit als primäre Arthrose. Sind hingegen Verletzungen, Entzündungen, Fehl- oder Überbelastungen des Gelenks für die Knorpelschädigung verantwortlich, spricht man von sekundärer Arthrose. Aber nicht nur falsche sondern auch mangelnde Belastung kann zu arthrotischen Veränderungen führen: Bei Bewegungsmangel wird das Gelenk nicht ausreichend durchblutet und das Knorpelgewebe nur schlecht mit Nährstoffen versorgt.

...wenn es knirscht
Der Knorpelabbau verläuft in den meisten Fällen langsam und ist daher in den Anfangsstadien oft symptomfrei. Zunächst raut die spiegelglatte Fläche auf und der Bewegungsablauf ist nicht mehr "reibungslos". Bisweilen ist ein Knirschen im Gelenk zu hören. Es folgt eine Steifigkeit in den Gelenken nach dem Aufstehen oder nach längerem Sitzen, später kommen Schmerzen hinzu. Der Verschleiß ist aber häufig erst der Anfang: als Folge der Knorpelschädigung verformt sich der Knochen im Gelenkbereich, im schlimmsten Fall sogar das gesamte Gelenk.

Bewegungseinschränkungen, starke chronische Schmerzen, Muskelverspannungen, Schwellungen und Entzündungen im Gelenk sind das Resultat. Wirbelsäule, Hüfte und Knie sind am häufigsten betroffen - aber Arthrose kann sich in jedem Gelenk bilden.

Neues Ersatzteil
Ein einmal entstandener Knorpelschaden ist nicht mehr heilbar. Die Therapie dient daher in erster Linie dazu, die Beschwerden zu lindern und die Beweglichkeit weitestgehend zu erhalten. Dazu gehört der Abbau von Übergewicht, Bewegungsprogramme, Kälte- oder Wärmeanwendungen, Massagen und Krankengymnastik. Darüber hinaus bekommen die Betroffenen entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente.

Wurde der Knorpel durch einen Unfall verletzt, kann die defekte Stelle in manchen Fällen mit eigenem Knorpelgewebe gefüllt werden. Der für die Transplantation benötigte körpereigene Knorpel wird dafür speziell gezüchtet.

Sind die medikamentösen und physiotherapeutischen Möglichkeiten ausgeschöpft, hilft meist nur noch ein neues Gelenk.
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