19.05.2011

Brustkrebsverdacht: Sichere Diagnose durch Vakuumbiopsie

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Die Vakuumbiopsie: Eine schonende und zuverlässige Untersuchungsmethode bei Brustkrebsverdacht.
Verdacht auf Brustkrebs! Die Tage vom ersten Verdacht bis zur endgültigen Diagnose gleichen einem Wechselbad der Gefühle. Stetes Hoffen und Bangen bestimmen den Alltag von jährlich hunderttausenden betroffenen Frauen in Deutschland. Etwa drei Viertel aller Brusttumoren ist gutartig, d.h. sie bilden keine gefährlichen Metastasen und befallen nicht das umliegende Gewebe. Die restlichen Tumoren sind bösartig und können durch ihre unkontrollierte Ausbreitung für die Frauen sogar lebensbedrohlich werden.

Früherkennung kann Leben retten
Im Kampf gegen bösartige Brusttumoren spielt die Zeit ein wichtige Rolle: Wird der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Heilungschancen meist gut. Neben der Selbstuntersuchung durch Abtasten - am besten 10 Tage nach der Monatsblutung, dann sind die Brüste weniger gespannt - sollten Frauen deshalb vor allem regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen bei ihrem Gynäkologen in Anspruch nehmen.
Besteht ein erster Verdacht, kann durch eine Gewebeentnahme mit Hilfe der Vakuumbiopsie schnell und sicher festgestellt werden, ob es sich um Krebs oder aber um eine gutartige Wucherung handelt. Bei dem minimal-invasiven Verfahren wird erst einmal die Lage des verdächtigen Gewebes durch eine Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung bestimmt. Mit einer vier bis fünf Millimeter dünnen Hohlnadel wird dann das krebsverdächtige Gewebe mit leichtem Unterdruck (Vakuum) über eine seitliche Kanülenöffnung angesaugt. Durch Drehen der Nadel werden mit einem Einstich mehrere Gewebeproben gleichzeitig gewonnen. Dies ist ein großer Vorteil gegenüber verwandten Technologien wie der Stanzbiopsie, bei der mehrmals in die Brust der Frau eingestochen werden muss, um eine Probe zu erhalten.

Schonendes Verfahren ohne Narben
Die Vakuumbiopsie ist ein schonendes und überaus zuverlässiges Verfahren: Bei der Entnahme wird garantiert kein verdächtiges Gewebe verfehlt, da die Proben einen Durchmesser von etwa zwei Zentimetern haben. Damit steht deutlich mehr Gewebe als bei der Stanzbiopsie zur Verfügung. Durch die Nadel wird das Gewebe aus dem Körper transportiert, entnommen und im Labor untersucht. Der ambulante, beinahe schmerzfreie Eingriff dauert ungefähr eine halbe Stunde und wird unter lokaler Betäubung durchgeführt. Das Beste: Nach der Biopsie können die Frauen sofort wieder nach Hause gehen und es bleiben keine auffälligen Narben an ihrer Brust zurück, wie es bei herkömmlichen operativen Eingriffen der Fall wäre.

Aufgrund der sehr hohen diagnostischen Zuverlässigkeit und der schonenden Eingriffsweise wird die Vakuumbiopsie von den gesetzlichen Krankenkassen seit Juli 2007 erstattet. Deutschlandweit wird das Verfahren in über 300 Mammazentren angeboten: Informationen zu zertifizierten Brustzentren finden sich u.a. auf den Internetseiten der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. (www.krebsgesellschaft.de).
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