19.05.2011

Linderung durch gezielte Schmerzmittelgabe

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Medikamentenpumpen geben gezielt schmerz-
lindernde Wirkstoffe an das Rückenmark ab.
Es gibt Menschen, denen normale Schmerztabletten nicht mehr helfen. Ihre Beschwerden sind zu stark oder ihr Körper hat im Laufe der Zeit "verlernt", auf herkömmliche Mittel zu reagieren. Bei vielen chronisch Schmerzkranken ist leider beides der Fall. Ihnen verordnen Ärzte häufig Opioide, d.h. sehr starke Schmerzmittel, meist Morphin. Sie lindern zwar die Schmerzen, gehen aber häufig mit starken Nebenwirkungen wie Übelkeit und Erbrechen, Müdigkeit, Juckreiz oder Verstopfung einher.


Schmerzmittel: Weniger kann mehr sein
Für schwer schmerzkranke Menschen gibt es neben Tabletten und Spritzen eine Alternative. Innovative Medikamentenpumpen geben gezielt Opioide an das Rückenmark ab und betäuben dort den Schmerz. Die kleinen Pumpen werden dafür unter der Haut implantiert und führen das Medikament über dünnen Schlauch zum Rückenmark. Die Wirkung tritt in der Regel sehr rasch ein. Denn das Schmerzmittel muss nicht erst den gesamten Körper durchlaufen und wird nicht über den Blutkreislauf aufgenommen. Dadurch ist nur ein Hundertstel der Menge erforderlich, die bei Tablettengabe eingesetzt wird – und das bei besserer Wirksamkeit!

Auf den Schmerztyp kommt es an
Erfahrungsgemäß helfen Medikamentenpumpen vor allem bei so genannten nozizeptiven Schmerzen: Unsere Schmerzsensoren, die Nozizeptoren, schicken kontinuierlich das Signal "Schmerz" an Rückenmark und Gehirn. Diese Schmerzsignale können gestoppt werden, wenn eine kleine Medikamentenpumpe gezielt Wirkstoffe in den Spinalkanal des Rückenmarks leitet. So können die Schmerzsignale nicht mehr vom Rückenmark in das Gehirn vordringen und der Patient empfindet eine deutliche Besserung – manche Patienten werden sogar vollständig schmerzfrei.

Endlich ohne Schmerzen leben
Für viele schwer Schmerzkranke ist die Therapie mit Medikamentenpumpe die einzige Chance auf ein normales Leben. Weil das Verfahren nicht allen Hausärzten bekannt ist, sollten chronisch Schmerzkranke ihren Arzt darauf ansprechen, wenn herkömmliche Behandlungsmethoden ihnen nicht helfen. Die Therapie mit einer Medikamentenpumpe ist eine Kassenleistung, von der alle profitieren: Sie erspart den Betroffenen andauernde starke Schmerzen und dem Gesundheitssystem hohe Kosten, weil sie den Bedarf an hoch dosierten Arzneimitteln senkt. Außerdem ermöglicht sie Schmerzpatienten, die aufgrund ihrer Krankheit ans Haus gefesselt waren, die Rückkehr ins Arbeitsleben.

Weitere Informationen zum Thema Medikamentenpumpe:

Patienten berichten:
  • Markus Emmerling - "Endlich schmerzfrei"
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