19.05.2011

Verbrennungen: Durch Feuer verbrannt, durch Wasser geheilt

Verbrennungen und Verbrühungen sind Schädigungen der Haut und des darunter liegenden Gewebes durch thermische Einflüsse (Feuer, heiße Flüssigkeiten, Sonne, Strom etc. ) von über 50°C!

Ein Alptraum für jede Mutter: Einen Moment unaufmerksam - und schon inspiziert der Zweijährige den Suppentopf auf der Herdplatte! Verbrennungen nehmen in der Gesamtstatistik kindlicher Unfälle den dritten Platz ein. Wer Glück hat, kommt mit einer Brandblase davon. Doch es gibt immer mehr schwere Fälle. Bei Kindern sind Verbrennungen - direkt nach Verkehrsunfällen - die zweithäufigste Todesursache.

Pro Jahr erleiden in Deutschland ca. 15.000 Menschen schwere, stationär zu behandelnde Verbrennungen. Die Hautschäden sind oft äußerst schmerzhaft und können nachhaltige Auswirkungen auf den gesamten Organismus haben.

Die Behandlung leichter und schwerer Verbrennungen
Man unterscheidet drei Schweregrade bei Verbrennungen:
Verbrennungsgrad
Kennzeichen
1. Grad:
Rötungen, Schmerzen und Schwellungen
2. Grad:
Rötungen, Schmerzen, Schwellungen, Blasenbildung, Flüssigkeitsaustritt, Schmerzempfindlichkeit
3. Grad:
vollständige Hautzerstörung, weißlich-bräunliche Verfärbungen, trockene, lederartige Haut, keine Schmerzen


Bei leichten und mittleren Verbrennungen reicht es oft aus, selbst Erste Hilfe zu leisten - wenn man ein paar einfache Verhaltensregeln beachtet.

Erste-Hilfe-Tipps bei leichten bis mittelschweren Verbrennungen bzw. Verbrühungen:
  • Hitzequelle beseitigen
  • Kleidung von der Wunde entfernen (nur, wenn sie nicht haftet!)
  • Ausreichende Kühlung der betroffenen Hautstelle mit möglichst fließend kaltem Wasser
  • Verbrennungen auf keinen Fall mit Hausmitteln wie Butter, Mehl oder auch Salben bestreichen - Infektionsgefahr!
  • Keine Eiswürfel direkt auf die Wunde - Infektionsgefahr!
  • Kleine Verbrennungen / Verbrühungen ohne Blasenbildung an der Luft heilen lassen oder mit feuchten Wundersorgungsprodukten behandeln (lindern den Schmerz und beschleunigen die Heilung)
  • Sehr viel mineralsalzhaltige Flüssigkeit trinken
  • Bei Unsicherheit besser zum Arzt gehen - insbesondere, wenn die Wunde sich schwarz oder weiß verfärbt

Achtung: Bei großflächigen und schweren Verbrennungen sofort den Rettungsdienst rufen!

Es gibt ein breites Spektrum an Produkten für die Erst- und Nachversorgung bei Verbrennungen: Kühlende Gelverbände, Hydrokolloidverbände, Wundfolien, Wundkissen etc. sorgen dafür, dass die Wunden schneller heilen und reduzieren die Narbenbildung. Sie schaffen ein feuchtes Wundmilieu und senken das Infektionsrisiko. Produkte der feuchten Wundversorgung sind einfach und zeitsparend zu handhaben, Verbandwechsel sind schmerzfrei (im Unterschied zu herkömmlichen Wundprodukten). Erkundigen Sie sich beim Apotheker, was Sie sicherheitshalber in Ihrer Hausapotheke bereit halten sollten.

Die Behandlung großflächiger und schwerer Brandverletzungen muss durch einen Rettungsdienst oder Arzt erfolgen. Dieser bestimmt den Schweregrad nach Ausdehnung und Tiefe der verbrannten Oberfläche. Bei Vorliegen bestimmter Bedingungen muss der Betroffene sofort in ein Brandverletztenzentrum überführt werden, wo hochspezialisiert gearbeitet wird. Die medizinischen Leitlinien zur Behandlung wurden von der Deutschen Gesellschaft für Verbrennungsmedizin herausgegeben (siehe Links).

Die Wunde in der Seele
Viele Patienten mit schweren, sichtbaren Verbrennungen fühlen sich entstellt. Sie schämen sich, ziehen sich zurück und sind in ihrer physischen und psychischen Integrität gefährdet. Sie fragen sich: Werde ich wieder arbeiten können? Bin ich noch liebenswert? Wie werde ich aussehen? Daher ist in vielen Fällen nicht nur die optimale medizinische, sondern auch eine psychologische Betreuung notwendig. Speziell ausgebildete Psychotherapeuten oder auch Selbsthilfegruppen können sehr hilfreich sein auf dem Weg zurück in ein aktives Leben.

Links:

Letzte Aktualisierung: April 2004
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