19.05.2011

Hörfunkservice: Informationen zum grauen Star

Grauer Star – Was ist das eigentlich?
Unter dem Grauen Star (medizinisch: Katarakt) versteht man die Eintrübung der Augenlinse. Grund dafür ist die altersbedingte Verlangsamung des Stoffwechsels: Gelbbraune Substanzen lagern sich mit der Zeit in der normalerweise klaren Linse ab. Die Betroffenen beginnen, alles wie durch einen grauen Schleier zu sehen. Schreitet der Graue Star unbehandelt fort, kann er zur völligen Erblindung führen. Gezielt vorbeugen lässt sich der altersbedingten Linsentrübung bis heute nicht; auch ist der Graue Star mit Medikamenten nicht heilbar. Eine Operation kann ihn allerdings erfolgreich beseitigen.

Ursachen
Der Graue Star kann durch die Stoffwechselkrankheit Diabetes, intensive Infrarot- und UV-Bestrahlung, Verletzung oder schwere Entzündung des Augeninneren begünstigt werden. Masern und Röteln während der Schwangerschaft können bei Neugeborenen ebenfalls eine Katarakt auslösen. In den meisten Fällen (über 90 Prozent) ist jedoch der natürliche Alterungsprozess der Grund für den Grauen Star. Man spricht dann vom Altersstar, der meist ab dem 70. Lebensjahr einsetzt.

Diagnose
Es gibt einfache Untersuchungsmethoden, mit denen der Augenarzt den Grauen Star feststellt. Beim Brückner-Test beispielsweise durchleuchtet er das Auge mit Licht: Ist es gesund, leuchten beide Pupillen rot auf. Eine genauere Untersuchung führt der Augenarzt mit Hilfe der Spaltlampe durch: Sie zeigt ihm, in welchem Bereich der Linse der Graue Star bereits auftritt und wie weit er fortgeschritten ist. Liegt eine Trübung der Augenlinse vor, sollten Arzt und Patient in einem ausführlichen Gespräch abklären, ob und wenn ja, wann sich eine Operation empfiehlt.

Behandlung
Leider gibt es keine Medikamente oder Augentropfen gegen den Grauen Star. Die einzige wirksame Behandlung ist die Katarakt-Operation – mit jährlich 600.000 Eingriffen allein in Deutschland längst ein Routineeingriff. Sie wird ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt, ist schonend und hat eine sehr niedrige Komplikationsrate von unter fünf Prozent: Der Augenarzt zerkleinert zuerst die natürliche Linse mit Ultraschall, entfernt sie und setzt anschließend eine künstliche, so genannte Intraokularlinse (IOL) ein. Weil die künstlichen Linsen weich und faltbar sind, reicht für das Einsetzen ein millimeterkleiner Schnitt, der innerhalb weniger Tage von selbst und ohne Narbenbildung verheilt.

Was zahlt die Kasse?
Gesetzliche Krankenkassen tragen die Kosten einer Staroperation, wenn der Arzt seinen Patienten Standardlinsen implantiert, so genannte monofokale Intraokularlinsen. Diese haben den Nachteil, dass die Patienten trotz neuer Linse auf eine Lesebrille angewiesen bleiben. Dass es bessere Alternativen gibt, wissen die wenigsten: Multifokale Intraokularlinsen erlauben scharfes Sehen in der Ferne und Nähe, denn sie ahmen die Funktionsweise der natürlichen Augenlinse nach. 80 Prozent aller Träger von Multifokallinsen benötigen keine Brille mehr.

Die innovativen Linsen werden jedoch nur von einigen privaten, nicht aber von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet. Für gesetzlich Versicherte gilt das Prinzip „ganz oder gar nicht“: Wollen sie Multifokallinsen haben, müssen sie für den kompletten Eingriff selbst aufkommen, d.h. sie zahlen nicht nur für die besonderen Linsen, sondern auch für die Operation. Die Kosten hierfür belaufen sich auf circa 2.000,- Euro pro Auge – viel Geld für die meisten Versicherten. Nur in Ausnahmefällen, wenn beispielsweise der Einsatz von Multifokallinsen aus medizinischen Gründen sinnvoll ist, werden sämtliche Kosten übernommen.

Es gibt in Deutschland leider nur wenige Krankenkassen, die wenigstens eine Teilung der Kosten akzeptieren: Die Kasse zahlt den Eingriff, der Patient seine Wunschlinse. Patienten, die gern eine innovative Linse hätten, sollten die Erstattungsfrage noch vor dem Eingriff direkt mit ihrer Kasse klären. Dafür empfiehlt es sich, zuvor beim Augenarzt einen Kostenvoranschlag einzuholen und diesen bei der Kasse einzureichen.

Grauer Star in Kombination mit Diabetes oder Grünem Star (Glaukom)
Immer wieder fragen Star-Patienten mit Diabetes mellitus, ob die Zuckerkrankheit eine Katarakt-Operation beeinträchtigen kann. Es besteht kein Grund zur Verunsicherung: Diabetes hat normalerweise keinen Einfluss auf den Erfolg des Eingriffs. Ebenso verhält es sich bei Patienten, die zusätzlich am Grünen Star leiden. Auch bei ihnen kann die Katarakt in der Regel ohne Komplikationen operiert werden.

Tipps für die schnelle Heilung
In den ersten Tagen nach der Operation sind die Patienten besonders gegen helles Licht empfindlich. Hiergegen hilft das Tragen einer Sonnenbrille. Generell gilt, dass Schonung für die Augen gut ist. Patienten sollten deswegen nur das Nötigste lesen; Fernsehen in Maßen ist kein Problem. Hat der Augenarzt Medikamente verschrieben, sollten diese nach seiner Anweisung regelmäßig eingenommen werden. Ebenso verhält es sich mit Augentropfen oder Salben.
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