19.05.2011

Gefahr durch Keime bannen: Katheter- und Spülsysteme

Ungefähr 500.000 Menschen infizieren sich jedes Jahr in Deutschland im Krankenhaus mit Keimen, die oft durch einen Infusionskatheter in die Blutbahn gelangen. Häufige und schmerzhafte Folge: eine Venenentzündung. In manchen Fällen kommt es jedoch auch zu einer Sepsis, im Volksmund Blutvergiftung genannt. Diese endet in über der Hälfte der Fälle tödlich.

Mangelnde Hygiene häufig Auslöser
Auf der Oberfläche und in den Hohlräumen des Infusionskatheters finden Erreger gute Bedingungen zur Vermehrung. Nur regelmäßiges Spülen der Katheter und der mit ihnen verbundenen Schläuche kann dem entgegenwirken.

Normalerweise werden die Katheter mit einer Kochsalzlösung gereinigt. Die Lösung befindet sich dabei in einer Flasche, welche von mehreren Pflegekräften benutzt wird, also zwischen den Anwendern regelrecht "wandert". So kann es zu einer mangelhaften Hygiene kommen: Acht Prozent aller selbst hergestellten Spüllösungen sind mit Keimen verunreinigt. Denn die als „umständlich“ bewerteten Hygienemaßnahmen werden aus Zeitgründen oft nicht eingehalten.

Katheter- und Spülsysteme "to go"
Abhilfe schaffen gebrauchsfertige Katheter- und Spülsysteme: Sie sind anwenderfreundlich, müssen vom Personal nicht erst zusammengesetzt werden und sind sofort einsatzbereit. Dadurch bleibt ihre Sterilität gewahrt und das Kontaminations- und Infektions¬risiko verringert sich erheblich. Da jeder Katheterwechsel eine potenzielle Ansteckungsgefahr mit sich bringt, sinkt das Risiko einer Venenentzündung oder Sepsis um die Hälfte. Ein weiterer Vorteil ist auch das weiche Material des Katheters: Reibungen werden dadurch vermieden und eine Venenentzündung entsteht gar nicht erst. Das weiche Material ist gut verträglich und erlaubt, dass der Katheter längere Zeit im Körper verbleiben kann.

Auch die gebrauchsfertigen Spritzen, die Teil des neuen Spülsystems sind, schützen vor einer Keiminfektion. Sie enthalten bereits die Spüllösung und müssen nicht separat aufgezogen werden. Zusätzlicher Pluspunkt: Die Spritzen sind schon fachgerecht etikettiert, können also nicht verwechselt werden. In der Praxis kommt es nämlich immer wieder vor, dass Spritzen inklusive Spüllösung mit Medikamentenspritzen verwechselt werden.

Bereits in über 80 Krankenhäusern werden die gebrauchsfertigen Katheter- und Spülsysteme bei besonders infektanfälligen Patienten, zum Beispiel nach Transplantationen oder während der Chemotherapie, eingesetzt. Patienten oder Angehörige sollten sich nicht scheuen, die behandelnden Ärzte und Pflegekräfte auf diese neue Möglichkeit der Infektionsverhütung anzusprechen.
Letzte Aktualisierung: Oktober 2009
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