Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

Chronisches Nierenversagen

Medizintechnologie hilft heilen und rettet Leben: Vom Wundverband bis zum Herzschrittmacher, von der Venenverweilkanüle bis zum minimalinvasiven Operationsverfahren bei Hirnaneurysmen, vom Sicherheitssystem bei Bluttransfusionen bis zum künstlichen Herzen - Medizintechnologie wird überall gebraucht. Aktion Meditech stellt Ihnen einige innovative Verfahren aus verschiedenen Bereichen vor.

Sie haben Informationen zum Thema Chronisches Nierenversagen gesucht. Hierzu wurden 2 Dokumente gefunden.

  • Artikel

    Peritonealdialyse - Mehr Freiheit für Nierenkranke | 19.05.2011

    Peritonealdialyse - Mehr Freiheit für Nierenkranke

    Die Peritonealdialyse (PD) ist eine ambulante Selbstbehandlung, d.h. sie kann vom Patienten selbständig und an jedem Ort durchgeführt werden. Weil das Verfahren das Bauchfell (Peritoneum) als natürliche Dialysemembran nutzt, erfolgt die Dialyse im Körper und nicht außerhalb wie bei der Hämodialyse. Die PD ermöglicht dem Patienten, seinen Alltag weitgehend selbst zu bestimmen und flexibel zu gestalten - die belastende Abhängigkeit vom Behandlungsplan des Dialysezentrums entfällt! Voraussetzung ist allerdings, dass der Patient hoch motiviert ist und selbstständig volle Verantwortung für seine Therapie übernimmt.

    Deutschland muss aufholen: PD wird hier noch kaum genutzt
    Obwohl die PD die Lebensqualität deutlich erhöht, nutzen von den ca. 54.000 Dialysepatienten in Deutschland nicht einmal fünf Prozent diese Therapieform. Alle anderen gehen dreimal wöchentlich in ein Dialysezentrum. In vielen europäischen Nachbarländern behandeln sich hingegen bis zu 30 Prozent der chronisch Nierenkranken ambulant per PD!

    Wie kommt das? Die Hämodialyse hat in Deutschland eine gewachsene Tradition. Seit den 60er Jahren entstand ein dichtes Netz von Dialysezentren, und noch heute sind viele Nephrologen (Nierenfachärzte) vorwiegend in der Hämodialyse ausgebildet. So kommt es, dass viele Patienten gar nicht über die PD informiert werden.

    Die Entscheidung, ob Hämodialyse oder Peritonealdialyse angewendet wird, hängt von medizinischen und individuellen Patienten-Kriterien ab. Studien haben ergeben, dass das sogenannte integrierte Dialysekonzept die besten Resultate zeigt: Patienten, die zunächst PD nutzten und später auf HD umstiegen, hatten einen Zuwachs an Lebensqualität und sogar an Lebenszeit. In der Nierenersatztherapie geht es also nicht um Entweder-Oder, sondern um eine sorgfältige Abwägung aller medizinischen und persönlichen Faktoren.

    In wirtschaftlicher Hinsicht bietet die PD Vorteile: Ein PD-Patient verursacht pro Jahr Kosten von 34.000 €, während ein Hämodialyse-Patient das Gesundheitssystem mehr als 41.000 € kostet. Zentren, die auch PD anbieten, brauchen weniger Raum für Maschinen und weniger Personal, um diese zu bedienen. Aktion Meditech fordert umfassende Information und freie Therapiewahl für chronisch Nierenkranke in Deutschland!


    Patientin mit PD-System im Park
    Patientin mit PD-System im Park

    Peritonealdialyse zuhause
    Voraussetzung für die Durchführung der Peritonealdialyse zuhause ist ein hohes Maß an Eigenverantwortung beim Patienten.
    Wie funktioniert die Peritonealdialyse?
    Die Peritonealdialyse (PD) nutzt die natürlichen Eigenschaften des Bauchfells zur Filterung und Reinigung des Blutes. Das Bauchfell (Peritoneum) ist eine halbdurchlässige Membran, die die Bauchhöhle auskleidet und viele Organe überzieht. Halbdurchlässig bedeutet: Substanzen bis zu einer bestimmten Größe gelangen vom Blut durch das Peritoneum hindurch in die Bauchhöhle, während andere zurückgehalten werden. Dieses einfache physikalische Prinzip wird bei der PD genutzt.

    Das Verfahren ist nur geeignet für Patienten, die in der Lage sind, ihre Therapie mit der notwendigen Disziplin selbst durchzuführen.

    Für den Zugang zum Bauchraum wird ein kleiner, weicher Katheter operativ eingesetzt, der einige Zentimeter aus dem Bauch herausragt. Hier werden die Beutel mit der Dialyseflüssigkeit angeschlossen.

    Im Blut nierenkranker Patienten sammeln sich Giftstoffe oder auch "harnpflichtige Substanzen" an, z. B. Kreatinin und Harnstoff. Bei der PD gibt der Patient über den PD-Katheter zwei bis drei Liter einer sterilen Dialyselösung in die Bauchhöhle, die das Bauchfell damit umspült. Die harnpflichtigen Substanzen wandern vom Blut durch das Bauchfell in die Dialyselösung. Um dem Körper überschüssiges Wasser zu entziehen, enthalten die meisten Dialyselösungen Glukose (Zucker). Durch einen einfachen osmotischen Vorgang wandert bei der PD Wasser in die Dialyselösung und kann so entfernt werden.


    Die Durchführung der PD dauert jeweils 30-40 Minuten und ist ganz einfach:

    • Anschluss des Beutelsystems - ein voller und ein leerer Beutel - an den Katheter
    • Die verbrauchte, mit Giftstoffen gesättigte Lösung wird abgeführt
    • Frische Lösung wird zugeführt


    Nach etwa vier bis fünf Stunden ist die Lösung, das Dialysat, mit Giftstoffen gesättigt. Jetzt beginnt der Vorgang von neuem: Das Dialysat wird über den PD-Katheter aus dem Bauchraum abgelassen und durch frische Dialyselösung ersetzt.

    Zur Durchführung der PD gibt es zwei Möglichkeiten: Bei der kontinuierlichen, ambulanten PD (CAPD) wechselt der Patient selbst 4-5 mal am Tag manuell die Dialyselösung. Bei der automatischen PD (APD) übernimmt ein Dialysegerät (Cycler) den Austausch der Flüssigkeit automatisch und über Nacht - so ist der Patient tagsüber noch unabhängiger! mehr
  • Artikel

    Chronisches Nierenversagen | 19.05.2011

    Krankheitsbild
    Chronisches Nierenversagen bedeutet, dass die Nieren nicht mehr normal funktionieren. Im Endstadium dieser Krankheit sind die Patienten zum Überleben dauerhaft auf eine Nierenersatztherapie angewiesen, die die Funktion des Organs weitgehend übernimmt. Eine solche Ersatztherapie ist... mehr

Nachrichten

16.03.2017

Ein dickes Problem: Adipositas und Diabetes

Eltville – Nach dem aktuellen Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2017 liegt Deutschland mit einer absoluten Anzahl von 6,5 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus im europäischen Vergleich an zweiter Stelle. Rund 95 Prozent der Betroffenen sind dabei an Typ-2-Diabetes erkrankt. Dieser ist... Details
15.11.2016

Gesundheit für Herz und Gefäße: Fortwährende medizintechnische Innovationen retten Leben

Eltville – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung, wie... Details
23.09.2016

Schonende medizintechnische Verfahren für das Herz

Eltville – Am 29. September 2016 ist Weltherztag. Die Initiative der World Heart Federation (WHF) soll zu der Frage anregen, was jeder Einzelne tun kann, um Risiken für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einem Schlaganfall vorzubeugen. Nach Schätzungen sind Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung... Details
12.08.2016

Alarmierende Zahlen: Schwere Adipositas auf dem Vormarsch

Adipositas ist eine komplexe Stoffwechselstörung, die mit einer Vielzahl von Folgeerkrankungen sowie einem erhöhtem Mortalitätsrisiko verbunden ist. Weltweit hat sie bereits epidemische Ausmaße angenommen und sich in vielen Ländern zu einer Volkskrankheit entwickelt. Mit dem jüngst... Details
27.07.2016

Ischämischer Schlaganfall: Die mechanische Thrombektomie erspart vielen Patienten schwerwiegende Behinderungen

Eltville – Jährlich erleiden in Deutschland rund 250.000 Menschen einen Schlaganfall. Hauptursache ist der Verschluss von Hirngefäßen durch einen Thrombus, was die Blutversorgung in den betroffenen Teilen des Gehirns beeinträchtigt. Um die Überlebenschancen der Betroffenen zu erhöhen und... Details

Verwandte Inhalte

21.03.2017

Spezialisierte Versorgungsstrukturen bei chronischen Wunden

Berlin – Die neue Verbandmittel-Definition, die vom Bundestag im Rahmen des Heil- und Hilfsmittel-Versorgungsgesetzes (HHVG) verabschiedet wurde, gewährleistet nach Ansicht des Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) eine phasengerechte Wundversorgung der gesetzlich... Details
15.11.2016

Aktion Meditech Medien-Seminar: Gesundheit für Herz und Gefäße

Hamburg – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung, wie... Details
18.08.2016

„Ohne medizintechnische Innovationen würde es die moderne Herzchirurgie nicht geben“

In unserem Interview erläutert Professor Dr. med. Ralf Seipelt, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der SHG Kliniken Völklingen, den Nutzen fortwährender medizintechnischer Innovationen in der Herzchirurgie unter anderem am Beispiel der TAVI.
Wie wichtig sind medizintechnische... Details
08.06.2016

Flüssigkeitstherapie auf dem OP-Tisch

Während einer Operation und auf der Intensivstation ist die lückenlose Überwachung der Herz- und Kreislauffunktion eines Patienten wesentlich. Um darüber hinaus möglichen Komplikationen vorzubeugen, wird auch empfohlen, das Flüssigkeitsvolumen des Patienten rund um die Operation in einem... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.