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Bundesversicherungsamt: Beschwerden nehmen kontinuierlich zu 21.09.2017    

Bonn – Von insgesamt 5.547 Beschwerden beim Bundesversicherungsamt im Jahr 2016 entfallen 3.685 auf die Krankenversicherung. Ohnehin nimmt die Zahl unzufriedener Versicherter besonders in der Kranken- und Pflegeversicherung zu – von 2014 bis 2016 um insgesamt ein Drittel, stellt das BVA in seinem aktuellen Tätigkeitsbericht fest.

Fast alle Beschwerden siedeln sich in den klassischen Bereichen „Mitgliedschaft“, „Leistungen“ sowie „Beiträge“ an. In vielen Eingaben wird auch das Thema „Verwaltungsverfahren“ aufgegriffen. Schwerpunkte sind laut Bericht das Krankengeld (381 Fälle), rückständige Beiträge (185 Fälle), Ausstellung von Kündigungsbestätigungen (137 Fälle) sowie Hilfsmittel (278 Fälle).
Das BVA berichtet auch über die Finanzreserven der Krankenkassen. Demnach verfügten 29 von insgesamt 69 Kassen, die das BVA überwacht, über Reserven in Höhe einer Monatsausgabe. 21 Kassen hatten Reserven von 0,5 bis 0,9 Monatsausgaben und 15 Kassen von 0,25 bis 0,4. Das Fazit: Die Kassen sind nach wie vor finanziell gut gepolstert – so sehr, dass eine Kasse eine besonders skurrile Idee hatte: Sie verloste über ihre Facebook-Seite eine 12-monatige Gratismitgliedschaft. „Diese Werbeaktion war unrechtmäßig und irreführend. Insbesondere aus beitragsrechtlichen Gründen zielte die Verlosung auf ein faktisch unmögliches Angebot, da es den Krankenkassen nicht erlaubt ist, auf die Erhebung von Beiträgen zu verzichten“, schreibt das BVA diesbezüglich im Bericht. Roß und Reiter nennt die Behörde jedoch nicht. Neben möglichen Schäden für den Gesundheitsfonds sowie mitgliedschafts- und beitragsrechtlichen Fragestellungen, liege ein Verstoß gegen die Aufklärungs- und Beratungspflichten der Krankenkassen vor. Durch das Einschreiten des BVA habe man in diesem Fall „Vermögensschäden“ vermeiden können.

Nachrichten

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