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Bertelsmann-Stiftung kritisiert Gesundheitsportal-Projekt 19.02.2018    

Gütersloh – Was ist von der Idee eines Nationalen Gesundheitsportals zu halten und wie müsste eine solche Plattform gestaltet sein, damit sie die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung erhöht? Die Bertelsmann Stiftung stellt in einem Blogpost zehn Thesen zu dem aktuellen Vorhaben vor.

Das Bundesministerium für Gesundheit hatte im März 2017 das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beauftragt, bis Anfang 2018 ein Konzept für ein solches Portal zu entwickeln. Die Bertelsmann Stiftung weist darauf hin, dass es bereits Gesundheitswebseiten gebe, denen die Nutzer ein hohes Maß an Vertrauen entgegenbringen. „Statt mit einem neuen Angebot ‚in Konkurrenz‘ mit existierenden Qualitätsmedien zu treten, könnten diese gezielt gefördert werden“, heißt es in dem Blogpost. Fraglich sei darüber hinaus, in wie weit es gerechtfertigt ist, dass viele verschieden Organisationen mit Steuermitteln oder Versichertengeldern Informationen zu denselben Indikationen und Sachverhalten produzieren.
Zu Bedenken gibt die Stiftung, dass ein nationales Gesundheitsportal diejenigen, die über eine schlechte Gesundheitskompetenz verfügen, nicht erreichen werde. Diese Personengruppe benötige integrierte Ansätze und eine individuelle Ansprache, zum Beispiel über den behandelnden Arzt. Ein weiteres Portal löse auch nicht das Problem der Falschinformationen. Wer beispielsweise gezielt nach impfkritischen Positionen im Netz suche, werde die passenden Informationen finden. Erforderlich sei deshalb eine Strategie im Umgang mit Desinformationen im Web. Als kritisch stufen die Experten um Direktor Uwe Schwenk auch den gewählten Ansatz ein: „Die Logik eines klassischen ‚Portals‘ entspricht nicht der Entwicklung des Informationsmarkts und dürfte bei Fertigstellung eines nationalen Gesundheitsportals schon überholt sein“, so die Autoren. „Absehbar werden Informationsangebote immer individueller, künstliche Intelligenz und algorithmische Diagnose-Tools werden in der Vermittlung eine zentrale Rolle spielen.“ Das Portal dürfe nicht den Fehler der elektronischen Gesundheitskarte wiederholen, die noch vor der Einführung technisch und inhaltlich veraltet ist. Die Stiftung schlägt den Ausbau der geplanten Webseite zu einer Behandlungsmanagement-Plattform vor, die die geplante elektronische Patientenakte mit evidenzbasierten Informationen zusammenbringt. Hier könnten – ohne „Umweg“ einer Suchmaschinen-Recherche – auf den Patienten zugeschnittene Gesundheitsinformationen oder Entscheidungshilfen angeboten werden.

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