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WIP-Studie: Wartezeiten haben auch mit Praxisorganisation zu tun 19.01.2018    

Berlin – Die mögliche Große Koalition zwischen Union und SPD, welche nun immer vehementer eine Bürgerversicherung fordert, versetzt die Gegner der Einheitsversicherung in Alarmbereitschaft. In einer aktuellen Studie entkräftet jetzt das Wissenschaftliche Institut der PKV (WIP) die Argumentation der SPD – zumindest was die ungleichen Wartezeiten bei Arztterminen angeht.

Demnach warten Patienten in Deutschland im internationalen Vergleich nur kurz auf einen Arzttermin. Zudem sind die Unterschiede zwischen privat und gesetzlich Versicherten gering und haben sich laut den WIP-Experten in den vergangenen Jahren sogar angeglichen. „In der öffentlichen Diskussion werden diese Fakten meist wenig beachtet, ebenso wie die vielfältigen Einflussfaktoren auf die Länge der Wartezeit“, heißt es in der Studie. Einer dieser Faktoren könnte der Studie zufolge auch eine fehlerhafte Praxisorganisation sein, etwa durch Terminvergabe ohne Pufferzeiten oder Doppelbuchungen. „Ohne gutes Praxismanagement müssen Patienten unnötig lange warten – sei es auf einen Termin oder in der Praxis“, stellen die Studienautoren fest.
Dabei gebe es bisher keine Anhaltspunkte dafür, dass es bei akutem Behandlungsbedarf Unterschiede zwischen gesetzlich und privat Versicherten gibt. Selbst wenn der Versichertenstatus per Gesetz vereinheitlicht würde, könnte sich die Wartezeit schon rein rechnerisch aufgrund des relativ geringen Marktanteils der privaten Krankenversicherung (PKV) von 10,9 Prozent kaum verändern, so die Studie. Die Autoren rechnen mit einer maximalen Verkürzung der Wartezeiten auf einen Hausarzttermin um 0,1 Tage und auf einen Facharzttermin um 0,98 Tage, wenn es keine privat Versicherten mehr geben würde. „Und selbst diese marginale Verkürzung wäre rein theoretisch, weil ein Szenario ohne PKV dem Gesundheitssystem über 12 Milliarden Euro pro Jahr entziehen würde“, konstatiert die Studie. Die Autoren vermuten, dass sich ohne diese Finanzmittel die Wartezeiten deutlich verlängern würden. Zudem sei eine Erhöhung des Beitragssatzes in der gesetzlichen Krankenversicherung fast unumgänglich, da eine Kompensation nötig werde.

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