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vbw: Elektronische Gesundheitskarte reduziert Risiken 21.08.2018    

München – Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw) macht sich für die Digitalisierung im Gesundheitswesen stark. Auf sie müsse gesetzt werden, geht aus den Handlungsempfehlungen zur vbw-Studie „Gesundheit und Medizin – Herausforderungen und Chancen“ hervor. Diese hat die Vereinigung in München vorgestellt.

Die Digitalisierung ist das Herzstück des technologischen Wandels – auch im Gesundheitsbereich, findet vbw-Präsident und Vorsitzender des Zukunftsrates Alfred Gaffal. Ihr entscheidender Baustein sei die flächendeckende Erfassung, Speicherung, Verknüpfung und Nutzung der Patientendaten in einer digitalen Patientenakte. „Leider bleibt die in Deutschland eingeführte elektronische Gesundheitskarte trotz Milliardeninvestitionen noch immer weit hinter den heutigen technischen Möglichkeiten“, bemängelt Gaffal. Dabei liegen die Vorteile seiner Meinung nach auf der Hand: Ein besserer Informationsfluss zwischen allen Akteuren und Ärzten, ein schneller Zugriff auf alle Befunde und damit die Vermeidung von Mehrfachuntersuchungen sowie ein reduziertes Risiko gefährlicher Wechselwirkungen zwischen Medikamenten seien nur einige Punkte.

„Die elektronische Gesundheitskarte muss jetzt umgehend eingesetzt werden“, fordert Gaffal. „Die Datenhoheit bleibt beim Patienten. Er kann behandelnden Ärzten, Krankenhäusern oder Dritten Zugriff auf die Daten gewähren. Gleichwohl müssen wir anonymisierte oder pseudonymisierte Daten umfassend auch für die Forschung nutzbar machen.“

Für Patienten auf dem Land sieht die vbw-Studie große Chancen durch die Telemedizin. Forschung und Entwicklung seien in diesem Bereich sehr wichtig, meint Gaffal. „Während Bayern etwa bei der bildgebenden Diagnostik im globalen Vergleich an der Spitze steht, gehen die Forschungsaufwendungen im Bereich Pharma in Deutschland und Bayern zurück. Das ist kritisch, hier müssen wir wieder stärker werden.“ In die gleiche Kerbe schlägt Prof. Wolfgang A. Herrmann, ebenfalls Vorsitzender des Zukunftsrat der Bayerischen Wirtschaft und Präsident der Technischen Universität München: „Altersbedingte Erkrankungen können wir durch den Fortschritt der medizinischen und technischen Forschung eindämmen. Dabei helfen die digitalen Technologien, die personalisierte Medizin über alle Lebensphasen zur Wirklichkeit werden zu lassen – einschließlich der Präventivfaktoren, die auf den individuellen Wirkungen von Bewegung und Ernährung beruhen.“

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