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MDK-Praktiken ernten scharfe Kritik 18.12.2017    

Berlin – Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) fordert die künftige Bundesregierung auf, das Gesundheitswesen patientenfreundlicher zu gestalten. Vor allem beim Krankengeldbezug sowie mit Blick auf den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) will die Organisation nachbessern.

Mit dem Monitor Patientenberatung 2016 habe die UPD auf Basis der Dokumentation von rund 94.000 Gesprächen in ganz Deutschland die vom Gesetzgeber gewünschte Rückmeldung zu Problemen aus Patientenperspektive vorgelegt. Aus der Sicht von UPD-Geschäftsführer Thorben Krumwiede ist jetzt die Politik am Zug, zwei der drängendsten Herausforderungen anzugehen: „Zum einen sollte der Gesetzgeber die Krankengeldfalle aufgrund nicht nahtlos erbrachter Krankschreibungen entschärfen“, sagt Krumwiede. Diese stürze noch immer Tausende Menschen in der Bundesrepublik in existenzielle Krisen.
Zum anderen gelte es, die Arbeit des MDK zu reformieren. Denn die aus gesundheitspolitischer Sicht grundsätzlich gebotene Kontrollfunktion bei Krankschreibungen empfinden demnach viele als wenig patientenorientiert. Krumwiede zufolge sollte der Gesetzgeber auch deshalb handeln, weil „durch die derzeitige Praxis das Vertrauen in ein solidarisches Gesundheitssystem unterhöhlt wird, das sich am tatsächlichen Gesundheitszustand der Versicherten orientiert“.
Heike Morris, juristische Leiterin der UPD, ergänzt: „Nach wie vor gilt: In einem System, in dem nach unserer Erfahrung nicht einmal die Ärzte wissen, welche drastischen Rechtsfolgen mit einem nicht lückenlos erbrachten Nachweis der Arbeitsunfähigkeit für die Versicherten verbunden sind – nämlich der Verlust des Anspruchs auf Krankengeld an sich und oft sogar der Krankenversicherungsschutz – wird für den Einzelnen aus einem formalen Versäumnis schnell eine existenzbedrohende Falle.“ Dies passe nicht zu den abgestuften Sanktionen, die den Sozialstaat sonst bei Verstößen gegen die Mitwirkungspflichten prägten. Kontrollinstanzen wie der MDK sollten von den Betroffenen „als unabhängig erlebt werden und nicht wie ein verlängerter Arm der Krankenkassen erscheinen“.
In einer Erklärung vom 15. November wies der Verwaltungsrat des GKV-Spitzenverbands Zweifel an der Unabhängigkeit des MDK zurück. Mit Blick auf die inzwischen gescheiterten Sondierungsgespräche zwischen Union, FDP und Grünen schrieb das Gremium, Überlegungen zur Neugestaltung des MDK seien „nicht nachvollziehbar“. Dessen Unabhängigkeit habe die Bundesregierung bereits per Gesetz sichergestellt.

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