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Telemedizin hilft bei Notfällen auf den Halligen 23.04.2018    

Lübeck/Kiel – Für 750.000 Euro soll auf den Halligen-Inseln vor der Küste Schleswig-Holsteins ein telemedizinisches Assistenzsystem etabliert werden. Damit sollen Kosten reduziert und eine bessere medizinische Direkthilfe geleistet werden. Drei Jahre wird das Telemedizin-Projekt „HALLIGeMED“ des Universitätsklinikums (UKSH) vom Land gefördert.

Telemedizin hilft bei Notfällen auf den HalligenDie akutmedizinische Versorgung von Bewohnern und Besuchern der Halligen-Inseln vor der Küste Schleswig-Holsteins ist mit Blick auf die geografische Besonderheit und die demografische Entwicklung eine Herausforderung. Denn das auf dem Festland etablierte Versorgungssystem aus Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug wird auf den Halligen nicht vorgehalten. Die notfallmedizinische Kompetenz liegt allein in den Händen eines rettungsdienstlich ausgebildeten Krankenpflegers. Für eine ärztliche Behandlung muss der Patient aufwendig per Rettungshubschrauber oder Seenotrettungskreuzer auf das Festland transportiert werden. Viele auf das Festland geflogene Patienten kehren aber innerhalb von 48 Stunden an den Wohnort wieder zurück, da eine längerfristige stationäre Behandlung der Patienten nicht erforderlich war. Das Verfahren ist medizinisch und ökonomisch verbesserungsfähig.
Um Kosten zu minimieren und bessere medizinische Direkthilfe leisten zu können, soll ein telemedizinisches Assistenzsystem etabliert werden. 750.000 Euro erhält das Institut für Rettungs- und Notfallmedizin (IRuN) für das Projekt HALLIGeMED für einen Zeitraum von drei Jahren. Unterstützt wird die Maßnahme durch die Ministerien für Soziales, Gesundheit, Jugend und Familie sowie Inneres, ländliche Räume und Integration. „Die Digitalisierung in der Gesundheitsversorgung bietet die große Chance, Ärztinnen und Ärzte zum Wohle der Patientinnen und Patienten zu unterstützen und zu entlasten“, sagt Garg bei der Übergabe der Förderbescheide. Telemedizin könne dabei sowohl eine Brücke zwischen ambulantem und stationärem Sektor, als auch zwischen dem ländlichen Raum und Fachärzten im Universitätsklinikum schlagen. Durch die unterstützende medizinische Versorgung von Halligbewohnern solle nun dieses große Potential genutzt und exemplarisch erprobt werden, so Garg weiter.

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