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Pflegepersonalkosten: BVMed warnt vor Ausgliederung aus DRG-System 21.08.2018    

Berlin – Investitionen in innovative Technologien bleiben auf der Strecke, wenn die Pflegepersonalkosten aus dem DRG-System herausgenommen werden. Das befürchtet der Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) in einer Stellungnahme zum Referentenentwurf des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes.

„Die strikte Trennung von Pflegekosten und anderen Kosten im künftigen G-DRG-System führt dazu, dass es keinen wirtschaftlichen Anreiz mehr gibt, in innovative Technologien zu investieren, die heute durch kürzere Liegezeiten und somit niedrigere Pflegekosten kompensiert werden“, heißt es in der Stellungnahme des BVMed.
Als Beispiel nennt der Verband minimalinvasive Eingriffe: Instrumentenkosten seien bei solchen Operationen in der Regel höher als bei offenen. Minimalinvasive Eingriffe führten aber zu kürzeren Liegezeiten. „Das wiederum entlastet auch die Pflege“, betont der BVMed. „Die Herauslösung der Pflegepersonalkosten kann in diesem Fall dazu führen, dass minimalinvasive Verfahren aufgrund der höheren Sachkosten vernachlässigt werden.“
Auch der Marburger Bund sieht den einen oder anderen Haken in der Angelegenheit: Es sei weder sachgerecht noch sinnvoll, bei der Herausnahme von Personalkosten andere nichtärztliche Berufsgruppen sowie den ärztlichen Dienst außen vor zu lassen. Die Personalsituation im Krankenhaus bedürfe einer Gesamtbetrachtung, um den Fehlanreizen entgegenzuwirken, die mit der Unterfinanzierung von Investitionen und der fehlenden Finanzierung von Vorhalteleistungen der Krankenhäuser verbunden seien.

Der BVMed plädiert dafür, dass die Pflegepersonalkosten weiterhin im DRG-System bleiben. Falls das nicht passiere, „müssen unerwünschte Fehlanreize so weit wie möglich vermieden werden“, fordert der Verband. Dies könnte beispielsweise dadurch erfolgen, dass bei den Pflegekosten eine obere Grenzverweildauer bestehen bleibt, nach deren Überschreiten die tagesbezogenen Pflegesätze degressiv gestaltet werden.

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