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Neues E-Health-Angebot zur Behandlung von Magersucht 18.04.2017    

Mainz – Wissenschaftler der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz untersuchen, ob sich die Essstörung Magersucht mit Hilfe der Smartphone-App „Jourvie Research“ besser behandeln lässt. Diese App soll es Betroffenen erleichtern, ihr Essverhalten und die damit verbundenen Gefühle zu protokollieren.

Die von dem Sozialunternehmen „Jourvie“ entwickelte App „Jourvie Research“ dient den Magersüchtigen als Tool, um digital und diskret zu notieren und zu speichern, was sie wann und mit welchem Gefühl gegessen haben. Diese Essprotokolle tragen dazu bei, bestimmte Denkmuster und wiederkehrende Verhaltensmuster im Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme besser erkennen zu können.
Weitere hilfreiche Funktion der App: Sie unterstützt ihre Nutzer in Krisenfällen. Geraten die Erkrankten in eine Situation, auf die sie tendenziell mit gestörtem Essverhalten reagieren würden, schlägt ihnen die App alternative Handlungen vor, beispielsweise Musik hören, lesen oder sich an etwas Schönes erinnern. Ziel ist es, dass die Magersüchtigen ihr Gewicht erhöhen oder es zumindest halten. Es gilt, ein lebensbedrohliches Ausmaß der Essstörung abzuwenden.
„Bislang füllten die Betroffenen ihre Essprotokolle meist mit Papier und Stift aus. Doch diese analoge Protokollmethode ist nicht sonderlich praktisch und diskret. Smartphone-Apps bieten die großartige Chance, Daten im Alltag der Patienten direkt erfassen zu können“, erklärt Prof. Dr. Michael Huss, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz. „Das Handy ist ohnehin immer dabei und niemand kann sehen, welche Funktion der Nutzer gerade verwendet.“

Aktuell suchen die Wissenschaftler noch betroffene Mädchen zwischen 12 und 19 Jahren, die unter der Essstörung Anorexia nervosa leiden und an der Studie zur App teilnehmen möchten.

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