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Knochen in Chipgröße 25.10.2018    

Berlin – Forscher am Bundesinstitut für Risikoforschung (BfR) entwickeln derzeit den „Knochen auf dem Chip“. Diese Technik ermöglicht es, Krankheiten zu erforschen und möglicherweise giftige Substanzen zu testen. Tierversuche könnten damit überflüssig werden.

Knochen in ChipgrößeDas Chipmodell enthält die wichtigsten Zelltypen des Knochens, die in einer Nachbildung im Kleinstmaßstab kultiviert werden. „Mit dem ,Knochen auf dem Chip‘ lässt sich der Einfluss potenziell giftiger Substanzen auf das Knochengewebe erforschen“, sagt Prof. Andreas Hensel, Präsident des BfR. Zudem sei die Methode ein zukunftsweisender Ansatz, um Tierversuche einzusparen. Das Forschungsteam des zum BfR gehörenden Deutschen Zentrums zum Schutz von Versuchstieren ist Teil von EUROoC, einem vor Kurzem gegründeten europäischen Forscher-Netzwerk, das den wissenschaftlichen Nachwuchs ausbildet und Organ-Chips weiterentwickelt.
Knochen, Lunge, Leber, Gehirn, Darm, Nieren, Haut – so gut wie jedes Körperteil lasse sich in Chipgröße nachbilden, teilt das Institut mit. Diese Organe in Miniaturformat ähnelten dabei Mikrochips. Die Technik profitiere von der Genauigkeit und Miniaturisierung der Halbleiterfertigung. Die Organ-Chips enthielten menschliches Gewebe oder Organbausteine. Anders als in der klassischen Zellkultur erlaube die Technik, komplexe Modelle zu erstellen, in denen das natürliche Umfeld und die zelluläre Zusammensetzung von Organen nachgeahmt werde.
Um Organ-Chips entwickeln und anwenden zu können, sei die Zusammenarbeit verschiedener Fachgebiete erforderlich – Kenntnisse aus der Biologie, Medizin, Physik und den Ingenieurswissenschaften müssten hierbei einfließen. Voraussetzung dafür sei eine breitgefächerte Ausbildung des Nachwuchses, weshalb das von der Europäischen Union geförderte EUROoC-Netzwerk ins Leben gerufen worden sei. Hier bündeln Spezialisten aus unterschiedlichen Disziplinen ihre Kräfte über Länder- und Branchengrenzen hinweg.

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