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Ersthelfer-App soll Zeit bis zur Herzdruckmassage verkürzen 24.07.2017    

Lübeck – Kann die kardiopulmonale Reanimation außerhalb des Krankenhauses mit Hilfe einer Ersthelfer-App optimiert werden? In einem Pilotprojekt der European Heart Rhythm Association (EHRA) am UKSH Lübeck sind die Erfahrungen gut. Jetzt sollen andere Regionen folgen.

Es handelt sich um ein gemeinsames Projekt der EHRA mit dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, der Universität Lübeck und weiteren Partnern. Die Idee ist, dass professionelle Ersthelfer oder gut trainierte Laien, die sich freiwillig dafür registrieren, mit einer solchen App ausgestattet werden.
Geht ein Notruf bei der Leitstelle ein, wird nicht nur der Rettungswagen in Marsch gesetzt, sondern es werden über die App auch Ersthelfer kontaktiert, die sich gerade zufällig in der Nähe befinden. Das passiert automatisch, und die Lokalisation läuft über GPS. Der Ersthelfer, der sich zuerst meldet, wird von der App dann zum Ort des Notfalls dirigiert und kann dort die Reanimation beginnen, bis der Notarzt oder Rettungsdienst eintrifft. Andere Ersthelfer werden gefragt, ob sie von einem Defibrillator in der Nähe wissen, der eventuell zum Notfallort gebracht werden könnte.
In einem Pilotprojekt im Raum Lübeck wurden in den letzten Monaten über 650 Ersthelfer mit einer solchen App ausgestattet. „Teilnehmer zu rekrutieren, war überhaupt kein Problem, denn die Menschen wollen helfen“, sagt Dr. Christian Elsner, Geschäftsführer des UKSH. Sieben von zehn Ersthelfern haben eine medizinische Ausbildung. Der Rest verpflichtet sich, alle zwei Jahre ein Reanimationstraining zu absolvieren.
Mittlerweile gibt es Erfahrungen mit rund zehn „Echteinsätzen“. Dabei zeigte sich, dass es in jedem dritten Fall gelang, einen Ersthelfer mehr als drei Minuten vor dem Rettungsdienst am Ort zu haben. Im nächsten Schritt sollen jetzt weitere Rettungsdienste in Deutschland und anderen europäischen Ländern beteiligt werden, um größere Patientenzahlen zu erreichen. Ziel ist es, die Rate der Laienreanimationen um 70 bis 90 Prozent zu steigern. „Die Software hat eine Standardschnittstelle, die eine Anbindung der meisten in Europa üblichen Rettungsdienst-Systeme erlaubt“, so Elsner. Zum Paket für die teilnehmenden Ersthelfer zählt auch eine Versicherung.

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