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Cannabis: Übersichtsarbeit offenbart Evidenzlücken 18.12.2017    

Berlin – Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) zu Nutzen und Risiken des Konsums von Cannabis belegt: Die Evidenz für den medizinischen Gebrauch ist dünn. Die Bundesärztekammer (BÄK) fordert mehr Forschung zu Cannabis-Medikamenten.

„Wir wissen noch viel zu wenig darüber, ob und wie Arzneimittel auf Cannabis-Basis wirken. Die Studienlage hierzu ist deutlich schwächer, als in der Öffentlichkeit allgemein angenommen wird“, sagt Dr. Josef Mischko, Vorsitzender der BÄK-Arbeitsgruppe Sucht und Drogen, mit Blick auf die Ergebnisse der Übersichtsarbeit. Ein Forscher-Team unter der Leitung von PD Dr. Eva Hoch von der Ludwig-Maximilians-Universität München hatte hierfür alle bedeutsamen Daten zum Gebrauch von Cannabis zu medizinischen Zwecken und als Rauschmittel gesammelt, die in den vergangenen zehn Jahren veröffentlicht wurden, und eine Metaanalyse zum Potenzial und den Risiken des Konsums erstellt.
Bei der medizinischen Anwendung von Cannabis fanden die Wissenschaftler einen Nutzen in der Indikation Übelkeit und Erbrechen bzw. Appetitstimulation bei Menschen mit chemotherapeutisch behandelter Krebserkrankung oder HIV/AIDS sowie eine leichte Besserung der Symptomatik bei chronischen Schmerzen. Auch die Spastizität bei Multipler Sklerose verbesserte sich demnach. „Aufgrund der begrenzten Datenlagen können zu vielen anderen Krankheitsbildern noch keine Aussagen zur Wirksamkeit gemacht werden“, heißt es in einer Mitteilung des BMG.
Die Ergebnisse präsentiert Hoch bei einer Tagung der BÄK. Mischko und weist auf den großen Forschungsbedarf hin. „Wir müssen auf der Grundlage von wissenschaftlichen Studien sehr genau prüfen, ob Cannabis tatsächlich eine therapeutische Alternative sein kann“, sagt er. Der Co-Vorsitzende der Arbeitsgruppe, Erik Bodendieck, betont, dass die wissenschaftliche Evidenz derzeit nicht ausreiche, um Cannabisverordnungen zu befürworten.

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