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Bluttest soll Lungenkrebs aufdecken 19.01.2018    

Homburg – Forscher aus Homburg wollen einen Bluttest entwickeln, der bei Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) frühzeitig aufdecken soll, ob sie an Lungenkrebs erkrankt sind. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Projekt mit 166.000 Euro.

Der Ansatz der Forscher Prof. Eckart Meese vom Institut für Humangenetik sowie Prof. Robert Bals, Prof. Andreas Keller und Prof. Hans-Peter Lenhof vom Zentrum für Bioinformatik der Universität des Saarlandes: Biomarker sollen im Blut der Patienten einen möglichen Tumor zeigen.
Bisherige Forschungsergebnisse des Projektleiters Meese hätten ergeben, dass sogenannte microRNAs erfolgversprechende Biomarker für Lungenkrebs sind. MicroRNAs sind kleine Moleküle, die beim Ablesen und Verarbeiten der Erbinformation eine wichtige Rolle spielen. Sie schalten nicht benötigte Genabschnitte aus und steuern so, welche Proteine in einer Zelle produziert werden. In krankhaft veränderten Zellen weisen microRNAs einen anderen molekularen Fingerabdruck auf als in gesunden Zellen. „MicroRNAs lassen sich im Blut nachweisen und können so Hinweise auf eine bestehende Erkrankung liefern. Für die Krebsfrüherkennung wäre das ein wichtiger Schritt“, erklärt Meese. Der Humangenetiker und sein Team untersuchen das Blut von COPD-Patienten nach diesen Molekülen. „Unser Ziel ist es, micro-RNAs als Biomarker für Lungenkrebs einzusetzen. Gelingt es uns, die Methode zu etablieren, steigen damit die Heilungschancen der Betroffenen.“ Auch bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsen- oder Prostatakrebs habe diese Vorgehensweise schon relevante Ergebnisse erbracht. „Bis das fortschrittliche, interdisziplinäre Verfahren als Routinediagnostik denkbar ist, wird allerdings noch viel Forschungsarbeit nötig sein“, bilanziert Meese.

Aktuell eignet sich laut Deutscher Krebshilfe kein Verfahren für eine breit angelegte Früherkennung, da alle bisherigen Methoden zu ungenau sind und auch zu Fehldiagnosen führen können.

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