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Schlaganfall-Risiko Vorhofflimmern: Frühzeitige Diagnose und Therapie wichtig 23.05.2018    

Schlaganfall-Risiko Vorhofflimmern: Frühzeitige Diagnose und Therapie wichtigEltville – Herzrhythmusstörungen treten in der Bevölkerung relativ häufig auf, mit Vorhofflimmern als häufigster Form. Durch diese Form des Flimmerns pumpt das Herz weniger Blut. Es können sich Blutgerinnsel im linken Vorhof bilden und in das Gehirn gelangen, wo sie ein Blutgefäß verstopfen und dadurch einen Schlaganfall auslösen können. Deshalb ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie bedeutend. Im Interview erläutert Dr. Dinh Quang Nguyen vom St. Vinzenz-Hospital Köln unter anderem die Vorteile, die moderne minimal-invasive Therapieverfahren den Patienten bieten.

Was versteht man unter Vorhofflimmern und was sind die Gefahren?

Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Elektrische Fehlimpulse führen zu einer schnellen und unregelmäßigen Aktivität der Vorhöfe. Diese werden unregelmäßig und oft zu schnell auf die Hauptkammern des Herzens übergeleitet. Das führt zu einem unregelmäßigen und oft zu schnellen Herzschlag (Puls). Die Hauptgefahren von Vorhofflimmern sind Schlaganfall und Herzschwäche. So haben Schlaganfälle, die durch Vorhofflimmern verursacht werden, häufiger einen schwerwiegenderen Verlauf. Leider kommt es auch in meinem klinischen Alltag nicht selten vor, dass ein schwerer Schlaganfall der Erstdiagnose des Vorhofflimmerns vorangeht.

Wieso ist eine frühzeitige Diagnose und Therapie so wichtig?

Die Häufigkeit und Dauer des Vorhofflimmerns nimmt im natürlichen Verlauf über die Zeit stetig zu. Eine frühzeitige Diagnose und Therapie ist deshalb entscheidend, um die negativen Auswirkungen von Vorhofflimmern zu verhindern. Leider bemerken viele Patienten das Vorhofflimmern nicht und werden erst spät behandelt. Dabei sollte vor allem bei Patienten mit Risikofaktoren für einen Schlaganfall frühzeitig nach Diagnosestellung von Vorhofflimmern eine Therapie mit Blutverdünnern eingeleitet werden, um eine Gerinnsel-Bildung zu verhindern.

Welche modernen Möglichkeiten der Behandlung gibt es?

Für die moderne Therapie des Vorhofflimmerns gibt es zwei Strategien: Erstens die Verhinderung eines Schlaganfalls und zweitens die Erhaltung des normalen Herzrhythmus. Um einen Schlaganfall zu verhindern, besteht das Konzept der blutverdünnenden Therapie. Zur Erhaltung des normalen Herzrhythmus kann eine Katheterbehandlung, die sogenannte Ablationstherapie, erfolgen. Dabei werden Katheter über die Leiste im linken Vorhof platziert und eine Verödung an den Einmündungen der Lungenvenen durchgeführt. Die Lungenvenen sind der Ort der Entstehung von Vorhofflimmern.

Welche Vorteile bieten minimal-invasive Therapieoptionen wie die Katheterablation? Welche Verfahrensweisen stehen dem Arzt hier zur Verfügung?

Die minimal-invasiven Therapieformen wie die Katheterablation bieten im Gegensatz zur medikamentösen Therapie einen kurativen Behandlungsansatz des Vorhofflimmerns. Herzrhythmusmedikamente können so oftmals abgesetzt und schwerwiegende Nebenwirkungen vermieden werden. Zu den Hauptverfahrensweisen gehören die Ablationen mittels Hochfrequenzstrom („Hitze-Ablation“) und mittels Kryoenergie („Kälte-Ablation“). Bei der Hochfrequenzstrom-Ablation werden mit einem Katheter Punkt-für-Punkt-Läsionen gesetzt, um die Lungenvenen elektrisch zu isolieren. Die Kälteablation basiert auf Kathetern, die eine Ballon-Form aufweisen. Mittels des inflatierten Ballons wird die Lungenvene abgedichtet und ringförmig verödet.

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