Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

Bauchspiegelungen: Moderne Medizintechnologie ermöglicht dem Arzt räumliches Sehen 30.05.2017    

Bauchspiegelungen: Moderne Medizintechnologie ermöglicht dem Arzt räumliches SehenEltville – Chirurgische Eingriffe sind durch die Entwicklung der Bauchspiegelung, auch Laparoskopie genannt, wesentlich risikoärmer für die Patienten geworden. Bei der Laparoskopie werden die Bauchhöhle und die darin liegenden Organe mit speziellen Stablinsen-Optiken durch kleine, vom Chirurgen geschaffene Öffnungen in der Bauchdecke sichtbar gemacht und auf einem Monitor dargestellt. Eine herausragende Entwicklung ist das 3D-HD Laparoskopie-System, das lebendige, detailgetreue Bilder ermöglicht, die einem natürlichen dreidimensionalen Sehen entsprechen. Aktion Meditech sprach mit Dr. Andreas Kuthe, Chefarzt der Chirurgie am DRK-Krankenhaus Clementinenhaus in Hannover, unter anderem über die Fortschritte, die die 3D-Darstellung für Patient und Arzt bietet.

Bei welchen chirurgischen Eingriffen kann die Laparoskopie angewendet werden?

Prinzipiell kann die laparoskopische Technik bei allen bauchchirurgischen Eingriffen zum Einsatz kommen. So werden in Deutschland rund 90 Prozent aller Gallenblasenentfernungen laparoskopisch durchgeführt, über 90 Prozent der Blinddarmoperationen sowie über 60 Prozent der Leistenbruchoperationen. Zudem sind es fast 100 Prozent der Eingriffe bei krankhafter Adipositas, ebenso bei Zwerchfellbrüchen. Im Bereich der Leberchirurgie, der Speiseröhrenchirurgie und der Bauchspeicheldrüsenchirurgie werden hingegen nur wenige Eingriffe in laparoskopischer Technik operiert.

Welche Vorteile hat diese „Schlüssellochchirurgie“ für den Patient?

Die Schlüssellochchirurgie vermeidet den „großen“ Bauchschnitt zur Durchführung der Operationen. Daraus resultieren weniger Schmerzen, weniger Wundheilungsstörungen und weniger Narbenbrüche. Zudem werden durch Verwachsungen im Bauch hervorgerufene Probleme reduziert. Die Liegezeit im Krankenhaus verkürzt sich ebenso wie die postoperative Erholungsphase. Der Patient kann schneller wieder normal essen und sich normal belasten.

Welche Rolle spielt hier die zum Einsatz kommende Optik?

Die Optik spielt bei allen laparoskopischen Eingriffen eine zentrale Rolle. Je besser die optische Darstellung, desto exakter die Operation, desto weniger technische Probleme und damit Komplikationen.

Welche Verbesserung bringt das 3D-HD Laparoskopie-System dem Arzt im Hinblick auf die Operation? Ermöglicht die Technik den Chirurgen in Ihrer Klinik ein präziseres und effektiveres Arbeiten bei einem Eingriff?

Bis zur Entwicklung der 3D-Technologie operierte der Chirurg im dreidimensionalen Raum mit zweidimensionaler Darstellung. Da die Tiefe des Raumes nicht erkennbar war, waren die Bewegungen nicht immer exakt, insbesondere kompliziertere Arbeitsschritte waren daher nicht nur schwierig, sondern brauchten eine lange Einarbeitungszeit. Mit der 3D-Technologie wird nun der Arbeitsraum richtig dargestellt. Alle Arbeitsschritte sind nach einer gewissen Eingewöhnungsphase damit erheblich exakter möglich, die Instrumente sind erheblich präziser einsetzbar und der Chirurg ist am Ende des Eingriffs deutlich weniger ermüdet. Die OP-Zeiten verkürzen sich insbesondere bei komplexen Eingriffen bei besserer Qualität. Ein weiterer wesentlicher Vorteil ist die verkürzte Lernkurve für die jungen Chirurgen.

Wie würden Sie das “Seherlebnis“ mit dieser Technik beschreiben – auch im Hinblick auf die Beurteilung des Operationsverlaufs?

Das Seherlebnis durchläuft meiner Erfahrung nach verschiedene Phasen. Zuerst ist da die Faszination, wenn man zum ersten Mal zuschaut. Dann folgt eine gewisse Ernüchterung, wenn man das System zum ersten Mal anwendet, denn als Chirurg muss man sich daran gewöhnen. Nach einer Weile findet man es gut, denn man merkt, dass Schwieriges einfacher funktioniert. Und letztlich ist man begeistert, wenn man feststellt, dass alles schneller geht bei besserer Qualität. Am Ende eines OP-Tages nach mehreren Eingriffen ist man noch so fit wie beim ersten.

Wo sehen Sie die konkreten Vorteile für den Patienten?

Die Patienten profitieren in vielfältiger Weise durch einen schnelleren Eingriff, eine bessere Qualität insbesondere bei komplexen Operationen sowie daraus resultierend weniger Komplikationen. Auch schwierigere Operationen sind so laparoskopisch möglich.

Nachrichten

27.07.2017

Aortenklappenstenose: Kathetergestützte Aortenklappenimplantation zeigt weiter Vorteile

Eltville – Die Verengung der Aortenklappe (Aortenklappenstenose) gehört europaweit zu den häufigsten Herzklappenerkrankungen. Sie tritt verschleißbedingt insbesondere im hohen Lebensalter auf. Neben den konventionellen Operationsverfahren bieten minimalinvasive kathetergestützte Techniken eine... Details
25.04.2017

Defibrillatorweste schützt wirksam vor dem plötzlichen Herztod

Eltville – Der plötzliche Herztod (PHT) ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die einzige wirksame Behandlung ist die Defibrillation. Patienten mit einem dauerhaften PHT-Risiko werden in der Regel mit einem implantierbaren Cardioverter Defibrillator (ICD) versorgt. Für Patienten... Details
11.04.2017

Gefährliche Blutgerinnsel: Thrombose und Lungenembolie

Eltville – Die Lungenembolie ist nach Herzinfarkt und Schlaganfall die dritthäufigste zum Tode führende Herz-Kreislauf-Erkrankung. Sie wird häufig durch eine tiefe Venenthrombose in einer unteren Extremität verursacht. Eine Lungenembolie muss immer im Krankenhaus behandelt werden. Dort kommen... Details
16.03.2017

Ein dickes Problem: Adipositas und Diabetes

Eltville – Nach dem aktuellen Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2017 liegt Deutschland mit einer absoluten Anzahl von 6,5 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus im europäischen Vergleich an zweiter Stelle. Rund 95 Prozent der Betroffenen sind dabei an Typ-2-Diabetes erkrankt. Dieser ist... Details

Verwandte Inhalte

24.07.2017

Gibt es bald einen digitalen Sektor?

Berlin – Die digitalisierte Medizin muss ein integrativer Bestandteil sinnvoller Versorgungsprozesse sein. Darin sind sich die Experten auf der Veranstaltung „Ambulant – Der neue Weg“ des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed) einig.
Die Technik sei kein Selbstzweck, sondern das Werkzeug,... Details
15.11.2016

Aktion Meditech Medien-Seminar: Gesundheit für Herz und Gefäße

Hamburg – Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in Deutschland nach wie vor die häufigste Todesursache. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung, wie... Details
18.08.2016

„Ohne medizintechnische Innovationen würde es die moderne Herzchirurgie nicht geben“

In unserem Interview erläutert Professor Dr. med. Ralf Seipelt, Chefarzt der Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie der SHG Kliniken Völklingen, den Nutzen fortwährender medizintechnischer Innovationen in der Herzchirurgie unter anderem am Beispiel der TAVI.
Wie wichtig sind medizintechnische... Details
08.06.2016

Flüssigkeitstherapie auf dem OP-Tisch

Während einer Operation und auf der Intensivstation ist die lückenlose Überwachung der Herz- und Kreislauffunktion eines Patienten wesentlich. Um darüber hinaus möglichen Komplikationen vorzubeugen, wird auch empfohlen, das Flüssigkeitsvolumen des Patienten rund um die Operation in einem... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.