Zur Startseite der Aktion Meditech

Navigation

Defibrillatorweste schützt wirksam vor dem plötzlichen Herztod 25.04.2017    

Defibrillatorweste schützt wirksam vor dem plötzlichen HerztodEltville – Der plötzliche Herztod (PHT) ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Die einzige wirksame Behandlung ist die Defibrillation. Patienten mit einem dauerhaften PHT-Risiko werden in der Regel mit einem implantierbaren Cardioverter Defibrillator (ICD) versorgt. Für Patienten mit PHT-Risiko, bei denen sich die Herzfunktion wieder verbessern kann, ist die LifeVest Defibrillatorweste eine Option: Sie wird direkt am Körper getragen und nicht implantiert. Neben dem PHT-Schutz diskutierten Experten jüngst eine weitere wichtige Eigenschaft der Weste auf der 83. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) in Mannheim (19. – 22. April 2017): Ärzte gewinnen mit der Defibrillatorweste Zeit, um festzustellen, ob der Patient von einer ICD-Implantation profitiert. Unnötige ICD-Implantationen könnten so vermieden werden.

Der plötzliche Herztod sei „eine besonders dramatische Folge von Herzrhythmusstörungen, an dem in Deutschland schätzungsweise etwa 200.000 Menschen jährlich sterben“, sagte Prof. Dr. Martin Borggrefe, Klinikdirektor der 1. Medizinischen Klinik der Universität Mannheim und Präsident der DGK-Jahrestagung. „Es gibt inzwischen erhebliche Fortschritte, wie Risikopatienten für einen plötzlichen Herztod identifiziert und behandelt werden können. Wünschenswert wären neue Biomarker und Gendiagnostik, um Risikoträger noch besser identifizieren zu können“, so Borggrefe weiter.(1) Denn: Trotz jahrzehntelanger Forschung ist es schwierig vorherzusagen, wer einen plötzlichen Herztod erleiden wird. Sicher ist so viel: Der plötzliche Herztod erfolgt in der Regel ohne Warnung. Ist das elektrische System des Herzens gestört, können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen innerhalb weniger Minuten zum Tod führen, wenn der Patient nicht adäquat behandelt wird.
Die einzige Behandlung, die eine solche Herzrhythmusstörung beenden kann, ist eine Defibrillation, d.h. die Abgabe eines elektrischen Behandlungsschocks. Das Herz soll damit wieder einen normalen, koordinierten Rhythmus aufnehmen.

Defibrillatorweste erleichtert Arzt auch Therapieentscheidung

Patienten mit einem bekannten PHT-Risiko können auf unterschiedliche Weise geschützt werden. Patienten mit einem dauerhaften PHT-Risiko werden in der Regel mit einem streichholzschachtelgroßen ICD geschützt, der im Brustbereich eingesetzt wird. Für Patienten, bei denen hingegen die Chance auf Verbesserung des Zustandes besteht und bei denen noch kein permanentes PHT-Risiko festgestellt wurde, ist die LifeVest Defibrillatorweste eine sichere, wirksame und zugleich schonende Option.
Die LifeVest ist der erste Defibrillator, der direkt am Körper getragen und nicht implantiert wird. Patienten können mit seiner Hilfe ihr alltägliches Leben wie gewohnt weiterführen, arbeiten und – mit Erlaubnis des Arztes - sogar leichten Sport treiben. Sie haben gleichzeitig die Gewissheit, vor dem plötzlichen Herztod sicher geschützt zu sein. Neben dem zuverlässigen Schutz des Patienten, gibt die Defibrillatorweste dem Arzt Zeit, die Therapie zu optimieren und das Lang-zeitrisiko eines Patienten zu bestimmen: „Patienten mit neu diagnostizierter Herzschwäche erhalten eine individuell auf sie abgestimmte, medikamentöse Therapie. Diese benötigt Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten und um gegebenenfalls die Herzfunktion zu verbessern. Währenddessen kann die Defibrillatorweste die Patienten vor dem plötzlichen Herztod schützen. Zudem unterstützt sie bei der Entscheidung, ob ein Patient von einer ICD-Implantation profitiert. Sie kann unnötige ICD-Implantationen vermeiden helfen“, erläutert PD Dr. Christian Veltmann, Bereichsleiter Rhythmologie und Elektrophysiologie der Klinik für Kardiologie und Angiologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, seine Erfahrungen mit der Defibrillatorweste auf der DGK-Jahrestagung. Eine aktuelle Studie mit 2.000 Patienten zeigt, dass 41 Prozent der Patienten mit Defibrillatorweste eine verbesserte Herzfunktion zeigen und keinen ICD benötigen.(2)

1 Pressetext DGK 04/2017, abrufbar unter https://dgk.org/pressemitteilungen/2017-jahrestagung/2017-jt-aktuelle-pm/2017-jt-statements/neue-erkenntnisse-zur-behandlung-von-herzrhythmusstoerungen/
2 Kutyifa V et al. Use of the wearable cardioverter defibrillator in high-risk cardiac patients: Data from the prospective registry of patients using the wearable cardioverter defibrillator (WEARIT-II registry). Circulation 2015; 132(17):1613–1619.

Nachrichten

15.06.2018

Gesundheitswirtschaft wächst 2017 um 2,2 Prozent

Kamenz – Die Bruttowertschöpfung (BWS) in der Gesundheitswirtschaft der Bundesländer steigt 2017 gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent und seit 2010 um 15 Prozent, konstatiert das Statistische Landesamt Sachsen für die Arbeitsgruppe Gesundheitsökonomische Gesamtrechnungen der Länder (AG... Details
15.06.2018

Notfallärzte fordern verpflichtenden Reanimationsunterricht in Schulen

Berlin – „Bundesweit sollten ab der 12. Klasse jährlich zwei Unterrichtsstunden in Wiederbelebung gesetzlich verpflichtend sein“, sagt Prof. Bernd Böttiger, Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) und Direktor der Klinik für... Details
15.06.2018

Spahn: Digitalisierung selbst gestalten

Berlin – Digitalisierung und eHealth sind weltweit auf dem Vormarsch. Darauf weist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf dem Hauptstadtkongress hin. Er bekennt dort aber auch, dass hierzulande Regulierungs- und Finanzierungsfragen noch Probleme bereiten. Unterdessen fordert der... Details
15.06.2018

„Kunstgelenk – Netzwerk Endoprothetik“ ist ZIM-Projekt 2018

Leipzig – Anlässlich des Innovationstages Mittelstand am 7. Juni zeichnet Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) das „Kunstgelenk – Netzwerk Endoprothetik“ als ZIM-Projekt des Jahres aus. Es besteht aus elf Unternehmen und acht Forschungseinrichtungen und wird gemeinsam vom... Details
15.06.2018

Ein Jahr EU-Medizinprodukte-Verordnung: Engpässe befürchtet

Berlin/Köln/Frankfurt – Vor einem Jahr ist die neue EU-Medizinprodukte-Verordnung (MDR) in Kraft getreten. Noch immer seien jedoch viele Fragen der Umsetzung offen, kritisieren die in der „Arbeitsgruppe MPG der Industriefachverbände“ (AG MPG) organisierten Verbände. Sie befürchten vor... Details

Verwandte Inhalte

15.06.2018

GKV und PKV stellen gemeinsame digitale Gesundheitsakte „Vivy“ vor

Berlin – Erstmals bieten gesetzliche Krankenkassen und private Krankenversicherungen ihren Kunden systemübergreifend eine gemeinsame digitale Gesundheitsplattform mit der neuen App „Vivy“ an. 25 Millionen Versicherte sollen davon künftig profitieren. Betriebs-, Ersatz- und... Details
15.06.2018

Länder investieren weniger in Kliniken

Berlin – Die Bundesländer haben ihre Investitionsfördermittel für Krankenhäuser seit 1991 drastisch reduziert. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage (Drucksache 19/2006) der Grünen-Fraktion hervor. In allen Bundesländern seien die Investitionen nach Angaben der... Details
15.06.2018

Weiterer Klärungsbedarf in Sachen HHVG

Berlin – Gut ein Jahr nach Inkrafttreten des neuen Heil- und Hilfsmittelversorgungsgesetzes (HHVG) sieht die Initiative „Faktor Lebensqualität“ in einigen Punkten deutlichen Klärungsbedarf. „Der Gesetzgeber sollte dem HHVG noch schärfere Zähne verpassen“, sagt Ben Bake von der... Details
23.01.2017

Den Spaß am Leben nicht verlieren

Steffen Friedrich befindet sich mit seinen 20 Jahren auf dem Weg in die Profikarriere als Fußballer, als er im August 2015 erstmals bemerkt, dass gesundheitlich etwas nicht stimmt. Er unterzieht sich umfangreichen Untersuchungen, bis ein so genannter Event-Rekorder bösartige Herzrhythmusstörungen... Details

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Barrierefrei nach W3C "Web Content Accessi- bility Guidelines 1.0", Stufe A.