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Ein dickes Problem: Adipositas und Diabetes 16.03.2017    

Ein dickes Problem: Adipositas und DiabetesEltville – Nach dem aktuellen Deutschen Gesundheitsbericht Diabetes 2017 liegt Deutschland mit einer absoluten Anzahl von 6,5 Millionen Menschen mit Diabetes mellitus im europäischen Vergleich an zweiter Stelle. Rund 95 Prozent der Betroffenen sind dabei an Typ-2-Diabetes erkrankt. Dieser ist häufig eine Folge der komplexen Stoffwechselstörung Adipositas: Gemäß dem Weißbuch Adipositas des IGES-Instituts ist das Risiko für Typ-2-Diabetes bei adipösen Menschen bis zu zwölfmal erhöht. Knapp ein Viertel aller Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren sind in Deutschland adipös. Zu den Therapie-Möglichkeiten der Adipositas gehören je nach Ausprägung Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie (multimodales Konzept) bis hin zur chirurgischen Therapie. Metabolische Effekte der Adipositas-Chirurgie beeinflussen dabei über die Veränderung von Stoffwechselprozessen auch das Essverhalten in positiver Weise, wie neueste Forschungsergebnisse zeigen.

Adipositas ist eine chronische Erkrankung, deren Ursache auf einem Zusammenspiel genetischer Anfälligkeit, des jeweiligen Lebensstils und komplexer Stoffwechselprozesse basieren. Häufig treten Adipositas, Bluthochdruck, Zuckerkrankheit und Fettstoffwechselstörungen (z.B. hoher Cholesterinspiegel) gemeinsam auf.
Für die Behandlung der Adipositas ist die individuelle Krankheitsgeschichte bedeutsam. Bei krankhaftem Übergewicht (morbide Adipositas, BMI von 40 und mehr) kann ein chirurgischer Eingriff helfen, dauerhaft Gewicht zu verlieren und Folgeerkrankungen wie Typ-2-Diabetes erfolgreich zu behandeln. Der chirurgische Eingriff ist jedoch keine isolierte Therapiemaßnahme, sondern Bestandteil eines langfristig angelegten multidisziplinären Therapiekonzepts.

Chirurgischer Eingriff beeinflusst Stoffwechselprozesse

Im Gegensatz zu lebensstilbedingten Maßnahmen verändern sich durch den chirurgischen Eingriff die für die Gewichtssteuerung relevanten Stoffwechselprozesse und ermöglichen dem Körper die Gewichtsreduktion. Diese veränderten Stoffwechselprozesse spielen auch beim Typ-2-Diabetes eine große Rolle und beeinflussen diesen in der Regel positiv. Daher ist die metabolische Chirurgie für Menschen, die an einem durch Übergewicht verursachten Typ-2-Diabetes leiden und bereits insulinpflichtig sind, derzeit die einzige Therapieform, die zu einem Rückgang der Krankheit führen und die Insulintherapie unnötig machen kann.

OP verändert auch Essverhalten

Unter den chirurgischen Therapien bei morbider Adipositas gehört die Magen-Bypass-Operation zu den erfolgsreichsten Maßnahmen, um das Gewicht von Patienten dauerhaft zu reduzieren. Dabei wird der Magen verkleinert und der Darm chirurgisch manipuliert, um die Nahrungszufuhr zu reduzieren. Viele Patienten berichten nach der Operation zudem von einem veränderten Appetit auf Lebensmittel mit weniger Fettgehalt. Forscher des Integrierten Forschungs- und Behandlungszentrums (IFB) AdipositasErkrankungen der Universitätsmedizin Leipzig konnten jetzt erstmals erklären, warum Veränderungen im Darm nach einem chirurgischen Eingriff zu weniger Appetit auf fetthaltige Nahrung führen: Demnach kommt es zu einem veränderten Mechanismus der Signale vom Darm zum Gehirn.

Diese Änderung der Sattheitssignale hat auch Auswirkungen auf den allgemeinen Appetit auf fetthaltige Nahrung: Nach einer Operation wird das Molekül Oleoylethanolamid (OEA) bereits nach geringer Fettaufnahme in deutlich höherer Menge vom Darm produziert. Das als Fettsensor im Darm fungierende Molekül signalisiert dem Gehirn nicht nur Sattheit, sondern aktiviert auch das Lustzentrum im Gehirn – durch eine gesteigerte Freisetzung des „Glückshormons“ Dopamin. Gemäß den Forschern hat die Dopamin-Ausschüttung im Gehirn direkten Einfluss auf das mit der Nahrungsaufnahme einhergehende Genussempfinden: Adipositas ist oftmals mit einer veränderten Dopamin-Steuerung verbunden. Ist die Dopamin-Freisetzung gestört, bedarf es einer vermehrten Energiezufuhr, um die erforderliche Genussantwort auszulösen, die uns eine Mahlzeit beenden lässt. Die Regulierung des Dopamins durch das Molekül OEA produziert somit ein gesünderes Essverhalten und kann zu einem dauerhaften Gewichtsverlust führen.

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