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Schonende medizintechnische Verfahren für das Herz 23.09.2016    

Schonende medizintechnische Verfahren für das HerzEltville – Am 29. September 2016 ist Weltherztag. Die Initiative der World Heart Federation (WHF) soll zu der Frage anregen, was jeder Einzelne tun kann, um Risiken für eine Herz-Kreislauf-Erkrankung oder einem Schlaganfall vorzubeugen. Nach Schätzungen sind Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und Rauchen zusammengenommen weltweit für rund 80 Prozent der Todesfälle in den Industriestaaten verantwortlich, die in Folge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall auftreten. Bei der Therapie von Herzerkrankungen profitieren Patienten von innovativen Medizintechnologien. Der medizintechnische Fortschritt ermöglicht schonendere Verfahren und eine bessere Versorgung – und hilft damit, Leben zu retten und Patienten Lebensqualität zurückzugeben.

Mini-Helfer für das Herz

Herzklappenerkrankungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen des Herzen. Häufig machen sie über lange Zeit keine Beschwerden und werden nur zufällig entdeckt. Unbehandelt können sie aber nicht nur die Lebensqualität vermindern, sondern auch das Leben verkürzen. Die Mitralinsuffizienz zählt dabei zu den am häufigsten diagnostizierten Herzklappenfehlern. Dabei handelt es sich um eine „Undichtigkeit“ der Mitralklappe, die während der Auswurfphase zu einem Rückfluss von Blut aus der linken Herzkammer in den linken Vorhof führt. Eine Mitralinsuffizienz kann ernsthafte Herzprobleme wie beispielsweise Herzversagen verursachen. Patienten profitieren heute von minimalinvasiven Therapieoptionen, wie etwa der Behandlung mit einem Mitralklappen-Clip. Ein Eingriff am offenen Herzen, der mit Wundheilungsstörungen verbunden sein kann, bleibt ihnen dadurch erspart.

Schutz vor dem Plötzlichen Herztod

Rund 150.000 Menschen sterben jedes Jahr in Deutschland am Plötzlichen Herztod (PHT), einem unerwartet eintretenden Kreislaufstillstand. Verursacht wird dieser durch eine Entgleisung der geordneten elektrischen Erregung des Herzmuskels, die man als Herzkammerflimmern oder Kammertachykardie bezeichnet. Wird diese Entgleisung nicht innerhalb weniger Minuten durch einen elektrischen Schock beendet und der regelmäßige Herzschlag wieder hergestellt, stirbt der Patient entweder sofort, oder das Gehirn wird schwer geschädigt. Die einzige zuverlässige Waffe im Kampf gegen den Plötzlichen Herztod ist ein implantierbarer Cardioverter/Defibrillator, kurz ICD oder „Defi“ genannt.
Im Einklang mit den kardiologischen Leitlinien muss in den meisten Fällen zunächst eine Wartezeit bis zur Implantation überbrückt werden. In dieser Wartezeit erholen sich viele Patienten wieder, so dass letztlich kein ICD mehr implantiert werden muss. Die Patienten sind in dieser Wartezeit jedoch einem hohen Risiko ausgesetzt, da sie keinen Schutz vor einem PHT haben. Der tragbare Kardioverter-Defibrillator (WCD) „LifeVest“ schließt diese
Sicherheitslücke: Im Gegensatz zum ICD wird die LifeVest außen am Körper getragen und nicht in den Brustkorb implantiert. Die Defibrillator-Weste bietet Patienten zuverlässig Schutz, wenn noch kein permanentes PHT-Risiko festgestellt wurde und sich ihr Zustand noch ändern kann. Neben dem zuverlässigen Schutz für den Patienten gibt die „LifeVest“ dem Arzt durch die Aufzeichnung der kardialen Ereignisse eine ideale Entscheidungsgrundlage, ob langfristig ein ICD notwendig ist oder nicht.

Herz unter steter Beobachtung

In Deutschland erhalten jährlich über 100.000 Patienten einen Herzschrittmacher und etwa 30.000 einen implantierbaren Cardioverter-Defibrillator (ICD) oder ein Herzinsuffizienz-Therapiesystem für die Cardiale Resynchronisations-Therapie (CRT). Mit der Telekardiologie, der Übertragung wichtiger „Herzdaten“ an den Arzt, können diese Patienten fernüberwacht werden. Komplikationen – wie gefährliche Veränderungen im Herzrhythmus oder technische Funktionsstörungen des Implantats – werden dem Arzt oder klinischen Zentrum umgehend per E-Mail, Fax oder SMS mitgeteilt, ohne dass der Betroffene etwas dazu aktiv beitragen muss. Der Einsatz von Telemedizin kann zu einer deutlich besseren Patientenversorgung beitragen. Insbesondere Patienten im ländlichen Raum, wo eine wohnortnahe Versorgung immer schwieriger wird, können von den telekardiologischen Innovationen profitieren.

Bei Krampfadern an das Herz denken

Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Krampfadern. Herkömmliche Therapien zielen darauf ab, die betroffene Vene zu zerstören oder gar ganz zu entfernen. Die so genannte extraluminale Valvuloplastie bietet im Unterschied zu den bisher gängigen Therapieansätzen zur Behandlung von Krampfadern eine „Reparatur“ der Vene. Somit besteht die Möglichkeit, die Venen gegebenenfalls in einem späteren Lebensabschnitt bei möglichen Herz- oder Gefäßoperationen als Bypassmaterial zu verwenden. Insbesondere Risikopatienten, wie Diabetiker, Patienten mit Bluthochdruck oder Raucher, können so von der venenerhaltenden Therapie profitieren.

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