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3D-Technologie optimiert laparoskopische Eingriffe 13.11.2012    

Chirurgische Eingriffe sind durch die Entwicklung der Laparoskopie (Bauchspiegelungen) wesentlich risikoärmer für die Patienten geworden. Weiterentwicklungen dieser Technologien bieten jetzt noch mehr Operationskomfort.

Seit ihren Anfängen in den 80er Jahren hat sich die Laparoskopie stetig weiterentwickelt und bietet Patienten sowie Operateuren viele Vorteile gegenüber herkömmlichen invasiven Eingriffen. Durch die minimal-invasive Technik der Laparoskopie können Operationen schneller und mit weniger Verletzungen des Bauchraums durchgeführt werden.
Zugang zum Bauchraum erhält der Operateur über wenige kleine Einschnitte in der Bauchdecke. In die Einschnitte werden spezielle laparoskopische Instrumente sowie ein Endoskop eingeführt. Eine Kamera sitzt dabei am Ende des Endoskops und stellt das Bild direkt über einen Monitor dem Operateur zu Verfügung. Geschulte Chirurgen können mit dieser Technik deutlich patientenschonender operieren, was die Verweildauer und Erholungsphase der Patienten nach der OP verkürzt und Komplikationen im Heilungsprozess verringert. Die Eingriffe haben sich hinsichtlich der Technik in den letzten Jahren immer weiterentwickelt. Die neueste Entwicklung ist das 3D-HD Laparoskopie-System.

3D-HD Laparoskopie – lebendiges und detailgetreues Operieren

Die 3D-Technologie ermöglicht lebendige, detailgetreue Bilder, die einem natürlichen dreidimensionalen Sehen entsprechen. Dadurch ist für den Chirurgen eine besonders gute Hand-Augenkoordination möglich. Auflösung, Kontrast und Bildschärfe des 3D-Systems werden mit der zusätzlich integrierten hochauflösenden HD-Technik gewährleistet. Die 3D-HD Laparoskopie bietet dem Patienten und dem Chirurgen eine Weiterentwicklung, um den Operationsverlauf und dessen Heilungsprozess so komplikationsarm wie möglich zu halten. Feine Strukturen können exakt erfasst und die Instrumente genau positioniert und geführt werden. Zusätzliche Unterstützung bekommt der Chirurg von einem Haltearm, der für maximale Stabilität und Präzision sorgt, sowie einer Fernsteuerung, die das Einstellen von Funktionen wie Lichtstärke, Bild- und Videoaufnahmen sowie Justierungen des Arms erlaubt.

3D-Laparoskopie erweitert die Möglichkeiten der minimal-invasiven Chirurgie in der Gynäkologie

Im Interview berichtet Oberarzt Dr. med. Amadeus Hornemann, MPH, Zentrum für minimal-invasive Chirurgie in der Gynäkologie, Universitätsklinikum Mannheim, über seine ersten Erfahrungen mit der 3D-Laparoskopie.

1. Wie verbreitet ist die dreidimensionale Technik in der Laparoskopie?
Dreidimensionale Darstellungen kennen wir aus Hologrammen, von dreidimensionalen Abbildungen in gedruckten Büchern, aber auch von Kinofilmen. Bewegt sich bei einem 3D-Film ein Gegenstand oder eine Person auf die Kamera zu, weicht man unwillkürlich zur Seite, da die Darstellung meist sehr realistisch ist. Auch in der Medizintechnik wird schon seit vielen Jahren an visuellen 3D-Systemen geforscht. Allerdings ist die herkömmliche zweidimensionale Technik der Laparoskopie bereits soweit ausgereift, dass die Einführung einer dritten Dimension bislang nicht in dem erwarteten Maße vorangetrieben wurde. Aktuell gibt es erstmals ein marktreifes System für die Laparoskopie, mit der Bezeichnung „Einstein Vision“.
2. Welche Vorteile bietet die 3D-Laparoskopie in der Gynäkologie?
Die 3D-Darstellung wird im Bauchraum umgehend erlebbar und erleichtert dem Operateur die Orientierung. Beim Blick ins kleine Becken wird die Tiefenausdehnung besonders deutlich wahrnehmbar. Die stark vergrößerte Darstellung ermöglicht es zudem, mit der Optik Distanz zu wahren. Dadurch wird eine Verschmutzung der Optik unwahrscheinlicher und eine Reinigung derselben ist nur in Ausnahmefällen notwendig. Die scharfe, dreidimensionale Visualisierung erlaubt eine zuverlässige Identifizierung auch oftmals versteckter bzw. schwierig darzustellender Strukturen. Durch die dritte Dimension werden leichte Unebenheiten deutlich sichtbar, so dass meist auch so genannte retroperitoneale Strukturen, zum Beispiel Harnleiter, bereits transperitoneal sicher aufzufinden sind.
Der wesentliche Vorteil der robotergeführten Kamera besteht in der Tatsache, dass der Operateur alleine vorgibt, wohin sich die Optik bewegt. Das System ermöglicht eine suffiziente Solo-Chirurgie ohne ärztliche Assistenz. Eingriffe bis zur operative Entfernung der Gebärmutter können problemlos ohne Assistenz durch-geführt werden.
3. Welche Vorteile bietet dieses System Patient und Operateur?
Durch die Weiterentwicklung der operativen Laparoskopie mit dreidimensionaler Darstellung gibt es in der Gynäkologie bald nur noch wenige Eingriffe im Bauchraum, die nicht endoskopisch durchgeführt werden können. Die dritte Dimension dürfte es auch weniger geübten Operateuren erleichtern, Eingriffe mit höherem Schwierigkeitsgrad sicher zu erlernen.

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