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Schaufensterkrankheit schonend behandeln 19.07.2012    

Die medikamentfreisetzende Ballondilatation ist eine häufig angewendete und gut verträgliche Therapieoption bei Gefäßverschlüssen

Eltville, 23. Juli 2012 (Aktion Meditech) – Gefäßverkalkungen (Arteriosklerosen) können nicht nur die Gefäße des Herzens betreffen. In den Extremitäten können sie ebenfalls schwere Schäden anrichten – im schlimmsten Fall droht die Amputation. Die Ballondilatation ist ein schonendes, minimal-invasives Verfahren, um dem entgegenzuwirken.
Arteriosklerosen sind in den westlichen Industrienationen die häufigste Todesursache. In den Herzkranzgefäßen können sie zu einem Herzinfarkt führen und werden deswegen schnell behandelt. Aber nicht nur das Herz ist gefährdet – Arteriosklerosen treten auch in den Extremitäten auf, zu über 90% in den Beinen. Bekannt ist diese Erkrankung unter dem Namen periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), im Volksmund auch als Schaufensterkrankheit bezeichnet: „Die Gehstrecke der Patienten ist wegen der stark verminderten arteriellen Durchblutung stark eingeschränkt, so dass sie bei einem Gang durch die Stadt schmerzbedingt praktisch an jedem Schaufenster stehen bleiben müssen“, erklärt Dr. med. Jörg Thalwitzer, Facharzt für Radiologie/Neuroradiologie, Heinrich-Braun-Krankenhaus, Zwickau.
Durch Verengungen (Stenosen) oder Verschlüsse (Okklusionen) von Gefäßen der Extremitäten kommt es zu beschriebenen Durchblutungsstörungen mit resultie-render meist sehr schmerzhafter Unterversorgung des Gewebes. Es können sich Nekrosen (Bereiche mit absterbendem Gewebe) bilden. Im schlimmsten Fall muss dann amputiert werden, da sonst das Leben des Patienten bedroht ist. Arteriosklerosen können aber behandelt werden. Es gibt verschiedene Behand-lungsmethoden, um eine ausreichende Durchblutung wieder herzustellen. In den Anfangstadien können Arteriosklerosen medikamentös behandelt werden. Weiter fortgeschritten wird in einer Operation ein Bypass angelegt. Hier wird in Narkose aus körpereigenem oder synthetischem Gewebe eine „Umgehung“ entlang der verengten oder verschlossenen Gefäßstelle gelegt.

Minimal-invasiver Eingriff mit doppeltem Effekt

Schonender ist die Aufweitung (Dilatation) der Gefäße mit einem Ballon. „Dieser Ballon kann über einen kleinen Zugang, meistens durch eine Leistenarterie, eingeführt und bis zu der Gefäßverengung vorgeschoben werden“, so Dr. Thalwitzer. Sobald sich dieser an der entsprechenden Stelle befindet, wird er mechanisch aufgepumpt, das Gefäß damit geweitet und der Blutfluss wieder hergestellt. Um diese Art der mechanischen Aufweitung zusätzlich pharmakologisch zu unter-stützen, werden so genannte medikamentenfreisetzende Dilatationsballons (Drug Eluting Balloon, DEB) eingesetzt. Diese sind mit einem Medikament beschichtet, das mit Aufweitung des Ballons schnell und gleichmäßig an die Gefäßwand abgegeben wird. Das Medikament zeichnet sich durch seine entzüngshemmende Wirkung aus, welche die Gefäßwandzellen hemmt, erneut unkontrolliert zu wachsen. Dadurch bleibt das behandelte Gefäß deutlich länger offen.
Ballondilatationen werden bereits seit den 70er Jahren durchgeführt und bilden heute einen festen Bestandteil der modernen Gefäßtherapie. Im Jahr 2004 wurden erstmals medikamentenfreisetzende Dilatationsballons (DEB) verwendet, um der Entstehung möglicher Restenosen (Wiederverschlüssen von bereits behandelten Gefäßen) vorzubeugen. DEBs werden insbesondere bei Risikopatienten wie Diabetikern und Dialysepatienten eingesetzt, z.B. für die Behandlung von aufgezweigten Herzkranzarterien, von Nierengefäßen, Ober- und Unterschenkelarterien und künftig vielleicht Hirnarterien.

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