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Mit Druckluft gegen Sodbrennen 10.09.2009    

Neue Beatmungsgeräte gegen Schlafapnoe mit doppeltem Nutzen

Mit Druckluft gegen SodbrennenEltville, 10.09.2009 (Aktion Meditech)
Der Rachen brennt, im Mund ein säuerlicher Nachgeschmack - Sodbrennen am Morgen! Häufig tritt dieses unangenehme Gefühl in der Speiseröhre bei Menschen auf, die auch am Schlafapnoe-Syndrom (SAS) leiden. Dabei handelt es sich um nächtliche Atemstillstände, oft begleitet durch heftiges Schnarchen. Besonders bedrohlich: Das Syndrom erhöht gleichzeitig das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Neue Beatmungsgeräte setzen im Kampf gegen die folgenreiche Schlafstörung auf eine Behandlung mit adaptivem Überdruck und erzielen erstaunlich gute Ergebnisse. Mit nützlichem Nebeneffekt: Gleichzeitig wird das Sodbrennen verringert.

Vereinzelte Atemstillstände hat jeder Mensch in der Nacht, sie sind meistens unbedenklich. Wenn die Aussetzer allerdings häufiger als fünfmal in der Stunde auftreten und länger als zehn Sekunden andauern, liegt eine Schlafapnoe vor. In Deutschland leiden schätzungsweise eine Million Menschen daran. Die Erkrankung ist die am weitesten verbreitete schlafbezogene Atemstörung. Männer ab dem 40. Lebensjahr sind am häufigsten betroffen, aber auch jüngere Männer und Frauen und sogar Kleinkinder.

Ursache für das obstruktive SAS ist meist eine Einengung der oberen Luftwege. Erschlaffen die Muskeln zu stark, verschließen sich die Luftwege. Das Ein- und Ausatmen ist dann nicht mehr möglich. Der Körper reagiert darauf mit einer Art Alarmfunktion: Wegen der verringerten Sauerstoffversorgung schüttet er Stresshormone aus, die zum Aufwachen und damit wieder zum normalen Atmen führen. Bis zu mehrere hundertmal pro Nacht kann es im schlimmsten Fall zu solchen Aufweckreaktionen kommen.

Erhöhtes Unfall- und Herzinfarktrisiko

Die Betroffenen selbst bekommen von den Atemstillständen im Schlaf meistens wenig mit, dafür sind sie zu schläfrig, ihr Körper allerdings leidet sehr darunter. Erste Anzeichen sind Tagesmüdigkeit und Konzentrationsschwäche, weshalb Menschen mit SAS überdurchschnittlich häufig in Verkehrsunfälle verwickelt sind. Außerdem können die andauernden nächtlichen Atemstörungen zu einer ganzen Reihe schwerwiegender oder sogar lebensgefährlicher Erkrankungen führen. Mediziner warnen daher, die Schlafapnoe zu unterschätzen: "Unbehandelt erhöht die Schlafapnoe das Risiko für Bluthochdruck, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall deutlich", so Prof. Dr. med. Heinrich Becker, Schlafmediziner und Pneumologe von der Asklepios Klinik in Barmbek.

Besteht ein Anfangsverdacht auf Schlafapnoe, sollte zuerst der Hausarzt aufgesucht werden. Bestätigt sich die Vermutung, überweist der Arzt meistens direkt zu einem Schlafmediziner. Dieser ermittelt dann in einem Schlaflabor das persönliche Schlafmuster und ob tatsächlich ein SAS vorliegt.
Zur Bekämpfung der Schlafapnoe stehen viele mehr oder weniger erfolgreiche Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Wirklich bewährt hat sich bisher allerdings hauptsächlich die Atemtherapie mit kontinuierlichem Überdruck. Sie ist sehr gut verträglich und weist bisher große Erfolge in der Therapie nächtlicher Atemstillstände auf. Zudem verringert sich bei Schlafapnoikern auch das Sodbrennen, wie aktuelle Studien nachweisen konnten.

Der stabile Therapiedruck ist entscheidend

Kern der relativ neuen Technologie ist ein so genanntes CPAP-Beatmungsgerät, das über einen Schlauch mit einer Atemmaske verbunden ist. Mit Hilfe eines geräuscharmen Gebläses wird in den Atemwegen ein leichter Überdruck erzeugt und damit deren Zusammenfallen verhindert. Als besonders effektiv und komfortabel haben sich Geräte erwiesen, die sich individuell an die Druckbedingungen im Rachen anpassen. Moderne Geräte sind in der Lage, schnell auf die Atembedürfnisse des Patienten zu reagieren und den Therapiedruck gleichmäßig zu halten.

Neben dieser adaptiven Stabilisierung verfügen einige Geräte auch über die Möglichkeit, Therapiedaten aufzuzeichnen, damit der Arzt die Behandlung individuell für den einzelnen Patienten anpassen kann. Während es bei älteren Apparaten durch die erhöhte Luftströmung nicht selten zur Austrocknung der Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich kommt, befeuchten und erwärmen moderne Geräte die Atemluft.

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