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Hightech für den Rücken 06.11.2007    

Wieder mobil mit künstlicher Bandscheibe

Hightech für den RückenEltville, 06.11.2007 (Aktion Meditech)
Immer mehr und immer jüngere Menschen leiden unter Schmerzen aufgrund von Verschleißerscheinungen der Bandscheiben. Wenn Physiotherapie und Schmerzmittel nicht mehr helfen, gibt es eine Erfolg versprechende Alternative: den Einsatz künstlicher Bandscheiben. Die Hightech-Prothesen imitieren die gesunde Bandscheibe und übernehmen ihre stabilisierende Funktion zwischen den Wirbelkörpern. Der Eingriff erfolgt über den Bauchraum, die Patienten sind danach meist schnell wieder mobil und haben in der Regel weniger Schmerzen.

Die Abnutzung der Wirbelsäule und damit der Bandscheiben ist ein natürlicher Alterungsprozess: Mit der Zeit erhält der Faserring der Bandscheiben, der ihren elastischen und flexiblen Gallertkern sicher umfasst, feine Risse. Falsche, übermäßige oder einseitige Belastung der Wirbelsäule, verursacht beispielsweise durch häufiges Heben schwerer Gegenstände oder eine falsche Sitzhaltung am Arbeitsplatz, kann diesen Prozess beschleunigen. Auch zu wenig Bewegung führt zu einem schnelleren Verschleiß.

Aus der Fassung

Die Risse im Faserring der Bandscheibe vertiefen sich, die Bandscheibe verformt sich und mit ihr der betroffene Wirbelsäulenabschnitt. Im schlimmsten Fall reißt der Faserring: Sein flexibler Kern rutscht aus dem Wirbelzwischenraum und der Patient hat einen Bandscheibenvorfall. Allein in Deutschland sind davon jährlich rund 800.000 Menschen betroffen. Verschlissene Bandscheiben können sehr starke Schmerzen verursachen und sollten immer erst konservativ behandelt werden, das heißt mit Medikamenten und Physiotherapie. Schreitet die Abnutzung (medizinisch: Degeneration) einzelner Bandscheiben trotzdem fort, können die verschleißbedingten Veränderungen oft nur noch mit einem chirurgischen Eingriff korrigiert werden. Im Jahr 2006 wurden aus diesem Grund allein in Deutschland rund 100.000 Menschen an der Wirbelsäule operiert.

Fast wie früher

Zur Stabilisierung der Wirbelsäule kann der Arzt eine so genannte Versteifungsoperation (medizinisch: Fusion) durchführen. Für manche Patienten kommt aber auch der Einsatz künstlicher Bandscheiben in Frage. Diese enthalten einen mobilen Kern, der den natürlichen Bewegungsumfang der Wirbel imitiert. Dr. med. Alexander Kirgis vom Zentrum Orthopädische Chirurgie München (OCM) erläutert das Prinzip: "Während der Operation stellen wir mit einem speziellen Instrument die natürliche Höhe zwischen den zwei betroffenen Wirbeln ein. Wir entfernen die alte Bandscheibe und implantieren anschließend in den Wirbelzwischenraum eine genau passende Prothese. Damit versetzen wir die Wirbelsäule weitgehend in ihren ursprünglichen Zustand zurück."

Die Patienten erleben meist eine sofortige, deutliche Schmerzlinderung und können bereits am nächsten Tag aufstehen. Nach vier bis sechs Wochen und den entsprechenden Rehabilitationsmaßnahmen ist die Wirbelsäule schon wieder leicht belastbar und nach etwa drei Monaten sind bereits sportliche Aktivitäten möglich. Dr. med. Alexander Kirgis: "Manchmal sind die Patienten dank Prothese sogar beweglicher als vorher!"

In den meisten orthopädischen Kliniken Deutschlands wird die Implantation künstlicher Bandscheiben angeboten - Patienten sollten sich erkundigen, ob diese Methode auch eine Lösung für ihre Wirbelsäulenprobleme sein kann.

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